Alte Immobilie oder neue Immobilie?

Dezember 2016

Ist alles, was neu ist, immer besser? Oder gilt der Grundsatz "Aus alt mach neu"?


Neben der Entscheidung über den Standort gehört es zu den wesentlichen Fragestellungen beim Erwerb einer Immobilie, ob der Erwerb neuen oder gebrauchten Wohneigentums in Frage kommt.

Die Preisgestaltung für neue oder gebrauchte Immobilien ist auf dem privaten Wohnungsmarkt höchst unterschiedlich und im Wesentlichen von der regional vorhandenen Bausubstanz abhängig.

Neben persönlichen Vorlieben spielt daher die örtliche Preisgestaltung bei der Klärung dieser Frage eine ganz wesentliche Rolle.

Neubau


Der Marktwert von Neubauten richtet sich neben dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage auch nach den Herstellungskosten, die je nach der Lage des Bauvorhabens und den hiermit verbundenen Bodenpreisen sowie den lokal geltenden Bauhandwerkerkosten stark variieren können.

Trotz des in der Regel höheren Erwerbspreises besteht der Vorteil neuen Wohneigentums darin, dass die in den ersten Jahren der Nutzung nach dem Erwerb entstehenden Kosten für die Instandhaltung und den Unterhalt geringer sind, als dies bei gebrauchten Immobilien der Fall ist.

Zudem besteht bei Neubauten in der Regel ein 5-jähriger Gewährleistungsanspruch für das Bauwerk, sodass die Behebung etwaiger auftretender Mängel vom Hersteller der Immobilie beansprucht verlangt werden kann.

Der Erwerb eines Neubaus kann sich dann riskant in Bezug auf das soziale Umfeld darstellen, wenn die Immobilie in einem neu geplanten Wohngebiet gelegen ist, da beim Kauf einer solchen Immobilie Infrastruktur und Umfeld noch nicht gewachsen sind und in Bezug auf die Nachbarschaftsverhältnisse zunächst die "Katze im Sack" erworben wird.

Altbau


Der Erwerb einer gebrauchten Immobilie ist in der Regel zunächst kostengünstiger als ein Neubau.

Dafür ist der Erwerb eines Altbaus potentiell mit finanziell höheren Risiken verbunden, da der Umfang eventuell erforderlicher Instandsetzungsarbeiten oftmals nicht sicher zu beurteilen ist und Gewährleistungsfristen der Bauhandwerker oder Bauträger in der Regel schon abgelaufen sind.

Handelt es sich um einen frisch sanierten Altbau, besteht dieses Risiko zwar nicht, jedoch sind die anfallenden Erwerbskosten in diesem Fall in der Regel auch erheblich höher, als dies bei gebrauchten unsanierten Immobilien der Fall ist.

Ein Vorteil des Erwerbs gebrauchter Immobilien ist, dass Mängel, die bei der Herstellung des Bauwerks noch nicht erkennbar waren, bereits in Erscheinung getreten sein werden: Man muss also grundsätzlich weniger Sorge darum haben, dass noch "Kinderkrankheiten" in der Bausubstanz auftreten.

Weiterhin können im Interesse geringerer Erwerbskosten verschiedene Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen in Eigenleistung erbracht werden.

In jedem Fall des Erwerbs eines Altbaus gilt, dass in der Regel das bestehende Umfeld in Augenschein genommen werden kann, sodass das bereits gefestigte Nachbarschaftsumfeld sowie die bestehende Infrastruktur vor dem Erwerb besser eingeschätzt werden können.

Dies ist in praktischer Hinsicht nicht zu unterschätzen, da potentielle Störfaktoren (Diskothek, Barbetrieb, Kinderspielplatz, Bolzplatz etc.), die je nach individueller Veranlagung einen erheblichen Einfluss auf das tägliche Wohlbefinden haben können, bei der Standortauswahl konkret mit einbezogen werden können.

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