Wie sind die Sachbezüge zu versteuern?

November 2016

Wie sind die Sachbezüge zu versteuern?

Wie die Sachbezüge zu versteuern stellt den Steuerpflichtigen oft eine Frage dar , worauf die Antworten in diesem Beitrag zu finden sind.
  • Als Sachbezug werden Einnahmen aus einem Arbeitsverhältnis bezeichnet, die nicht in Geld bestehen, sondern in anderen Werten, die dem Arbeitnehmer zugute kommen.
  • Der Sachbezug ist ein vollwertiger Vorteil, der dem Arbeitnehmer als Gegenleistung für das Zurverfügungstellen der individuellen Arbeitskraft gewährt wird.
  • Er ist ebenso wie eine Barlohnzahlung entweder dem laufenden Arbeitslohn oder den sonstigen Bezügen zuzuordnen (R 8.1 Abs. 1 S. 1 LStR).
  • Die Bewertung der Sachbezüge erfolgt nach § 8 Abs. 2 oder Abs. 3 EStG.
  • Die folgenden Fälle sind zu unterscheiden:
  • Einzelbewertung (§ 8 Abs. 2 S. 1 EStG)
  • Kraftfahrzeugüberlassung (§ 8 Abs. 2 S. 2 bis 5 EStG)
  • Sachbezüge mit amtlichen Sachbezugswerten (§ 8 Abs. 2 S. 6 bis 8 EStG): Bewertung nach der Sachbezugsverordnung z. B. Unterkunft und Wohnung, Kantinenmahlzeiten und Essensmarken
  • Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG
  • Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen der Einzelbewertung (§ 8 Abs. 2 S. 1 EStG) und der Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG.

Einzelbewertung (§ 8 Abs. 2 S. 1 EStG)

  • Die Sachbezüge sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort im Zeitpunkt der Abgabe anzusetzen.
  • Abgestellt wird auf den sogenannten günstigsten Preis am Markt (H 8.1 (1-4) [Üblicher Endpreis] LStH).
  • Die Sachbezüge bleiben dabei außer Ansatz, wenn die sich, nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte, ergebenden Vorteile insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 S. 9 EStG). Das heißt wiederum:
    • günstigster Preis am Markt
    • tatsächlicher Kaufpreis

Geldwerter Vorteil

Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG

  • Diese Regelung ist nur anzuwenden, wenn der Arbeitnehmer Waren oder Dienstleistungen erhält, die üblicherweise vom Arbeitgeber auch für fremde Dritte hergestellt, vertrieben oder erbracht werden.
  • Diese Waren und Dienstleistungen werden mit 96% des Endpreises bewertet, zu dem sie der Arbeitgeber fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet.
  • Abgestellt wird hier im Gegensatz zur Einzelbewertung nach § 8 Abs. 2 S. 1 EStG auf den Angebotspreis (H 8.2 [Endpreis] LStH).
  • Die Sachbezüge bleiben dabei steuerfrei, soweit sie insgesamt den Rabatt-Freibetrag in Höhe von 1.080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen. D. h also:
  • Angebotspreis
  • Bewertungsabschlag (4%)
  • tatsächlicher Kaufpreis
  • Rabatt-Freibetrag (1.080 e)

Praxisnahes Beispiel für die Berechnung des Rabattfreibetrags:

  • Ein Arbeitnehmer eines Baumarktes erhält Waren zum Vorzugspreis von 3.000 e. Der Ladenpreis beträgt 4.500 Euro.
  • Angebotspreis 4.500 Euro.
  • Bewertungsabschlag (4%), also sind 180 Euro abzuziehen.
  • tatsächlicher Kaufpreis = 3.000 Euro, auch dieser ist abzuziehen.
  • Zwischensumme = 1.320 Euro.
  • Rabatt-Freibetrag = 1.080 Euro, auch dieser ist abzuziehen
  • Steuerpflichtiger Geldwerter Vorteil= 240

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