Absetzen von Darlehenszinsen

Dezember 2016



Sie erzielen als Unternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb und haben zur Finanzierung Ihrer Aktivität ein Bankdarlehen in Anspruch genommen. Kann man die anfallenden Darlehenszinsen absetzen?

Wenn die Finanzierung betrieblich veranlasst war, sind die Zinsen abzugsfähig.

Das Gesetz sieht aber mehrere Beschränkungen vor:


Begrenzte Abzugsfähigkeit der Zinsenaufwendungen bei Überentnahmen

Überentnahmen liegen vor, wenn in einem Wirtschaftsjahr die Entnahmen eines Steuerpflichtigen höher sind als die Summe der Einlagen und des Gewinns.

Der Zinsenschuldabzug wird rückwirkend dem Gewinn hinzugerechnet.

Die Hinzurechnung wird wie folgt berechnet:

6 % der Überentnahmen des laufenden aber auch der vorangegangenen Wirtschaftsjahre ist - nach einem Abschlag von 2.050 Euro - dem Gewinn hinzurechnen.


Beispiel

Karl hat sein Unternehmen mit einer Einlage in Höhe von 30.000 € eröffnet. Er hat am 31.12.2009 einen Verlust von 45.000 Euro erwirtschaftet und Entnahmen in Höhe von 55.000 Euro getätigt. Außerdem hatte er im Jahre 2009 Zinsaufwendungen in Höhe von 9.000 €.


In diesem Beispiel ergibt sich folgendes:

Überentnahme:



Einlage30.000
Entnahme55.000
Entnahmeüberschuss25.000
Hinzurechnungsbetrag: 25.000 x 6% = 1.500 €

Zinsschranken-Regelungn

Die Zinsschrankenregelung wurde durch die Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland eingeführt. Sie ersetzt die Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung.

Anders als die Vorgängerregelung zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung, § 8a KStG alte Fassung, werden von der Zinsschranke nicht nur Kapitalgesellschaften, sondern auch natürliche Personen und Personengesellschaften erfaßt.

Die Zinsaufwendungen sind als Betriebsausgabe von den Einkünften abzugsfähig bis zur Höhe des im Unternehmen angefallenen Zinsertrages desselben Jahres.

Der darüber hinaus erfolgte Zinsaufwand kann aber nur bis zur Höhe von 30 % des steuerpflichtigen [ Gewinns vor Zinsertrag, Zinsaufwand und Abschreibungen Abschreibungen. Zinsaufwand, der diese Grenze überschreitet, ist nicht im Jahr seiner Entstehung abzugsfähig. Der nicht abzugsfähige Zinsaufwand wird durch das Betriebsfinanzamt Steuerbescheid gesondert festgestellt und als sogenannter Zinsvortrag in folgende Jahre vorgetragen.

Die Zinsschrankenregelung gilt sowohl für Kapitalgesellschaften als auch für Personengesellschaften undEinzelunternehmen.

Die Zinsabzugsbeschränkung greift nicht, wenn
  • Soweit der Saldo aus Zinsaufwendungen und Zinserträgen (Nettozinsaufwand), 3 Mio. Euro nicht übersteigt Freigrenze Freigrenze. (früher: 1 Mio. €, Anhebung durch zwei Gesetze: Bürgerentlastungsgesetz und das Wachstumsbeschleunigungsgesetz Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums) UND
  • der Betrieb nicht Teil eines Konzerns ist ("Stand-alone-Klausel") oder
  • der Betrieb Teil eines Konzerns ist und seine Eigenkapital/ Fremdkapital -Relation nicht schlechter ist als die des Konzerns ("Escape-Klausel"). Der Eigenkapitalvergleich ist grds. nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS IFRS zu führen.

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