Gewinne des Landwirts und der Forstwirtschaft

Dezember 2016

Die Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft erfolgt nach Durchschnittssätzen

Hierbei handelt es sich um eine Pauschalermittlung des Gewinns aus Land-Forstwirtschaft. Sie ist nur zulässig, wenn

1. der Steuerpflichtige nicht verpflichtet ist, Bücher zu führen und regelmäßig Jahresabschlüsse zu machen (Buchhaltungspflicht) UND

2. die selbst bewirtschaftete Fläche nicht 20 Hektar überschreitet UND

3. die Viehhaltung nicht 50 Vieheinheiten übersteigt UND

4. der Wert der selbst bewirtschafteten Sondernutzungen nicht mehr als 1.000 Euro je Sondernutzung beträgt.

Die Ermittlung erfolgt dann nach der Berechnung eines maßgeblichen Grundbetrags.

Der Grundbetrag ist in sechs Gruppen unterteilt, die sich nach dem Hektarwert der selbst bewirtschafteten Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung richtet:

Hektarwert

Die Höhe des Grundbetrags richtet sich bei der landwirtschaftlichen Nutzung ohne Sonderkulturen nach dem Hektarwert (§ 40 Abs. 1 Satz 3 Bewertungsgesetz) der selbst bewirtschafteten Fläche. Pro Hektar der landwirtschaftlichen Nutzung sind anzusetzen:

1. bei einem Hektarwert
bis 300 Deutsche Mark 205 Euro,

2. bei einem Hektarwert
über 300 Deutsche Mark
bis 500 Deutsche Mark 307 Euro,

3. bei einem Hektarwert
über 500 Deutsche Mark
bis 1.000 Deutsche Mark 358 Euro,

4. bei einem Hektarwert
über 1.000 Deutsche Mark
bis 1.500 Deutsche Mark 410 Euro,

5. bei einem Hektarwert
über 1.500 Deutsche Mark
bis 2.000 Deutsche Mark 461 Euro,

6. bei einem Hektarwert
über 2.000 Deutsche Mark 512 Euro.


Achtung:

Nach § 13 a Absatz 2 EStG (Einkommensteuergesetz) haben Sie als Steuerpflichtiger ein Antragsrecht, den Gewinn dennoch durch Betriebsvermögensvergleich oder durch Einnahme-Überschußrechnung zu ermitteln. An diesen Antrag sind Sie dann 4 Wirtschaftsjahre lang gebunden.

Ansonsten ermitteln Sie, wie gehabt, den Gewinn nach Durchschnittssätzen.

Durchschnittssatzgewinn ist die Summe aus:

1. dem Grundbetrag UND

2. den Zuschlägen für Sondernutzungen UND

Bei Sondernutzungen, deren Werte jeweils 500 Deutsche Mark übersteigen, ist für jede Sondernutzung ein Zuschlag von 512 Euro zu machen.

3.
den gesondert zu ermittelnden Gewinnen UND

In den Durchschnittssatzgewinn sind über die nach dem Grundbetrag und den Zuschlägen für Sondernutzungen zu ermittelnden Beträge hinaus auch Gewinne, soweit sie insgesamt 1.534 Euro übersteigen, einzubeziehen aus

a. der forstwirtschaftlichen Nutzung,
b. der Veräußerung oder Entnahme von Grund und Boden und Gebäuden sowie der im Zusammenhang mit einer Betriebsumstellung stehenden Veräußerung oder Entnahme von Wirtschaftsgütern des übrigen Anlagevermögens,
c. Dienstleistungen und vergleichbaren Tätigkeiten, sofern diese dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft zugerechnet und nicht für andere Betriebe der Land- und Forstwirtschaft erbracht werden,
d. der Auflösung von Rücklagen und von Rücklagen für Ersatzbeschaffung.


4. den vereinnahmten Miet- und Pachtzinsen UND

5. den vereinnahmten Kapitalerträgen, die sich aus Kapitalanlagen von Veräußerungserlösen
ergeben.

Was kann man steuerlich absetzen?

Abzusetzen sind verausgabte Pachtzinsen und diejenigen Schuldzinsen und dauernden Lasten, die Betriebsausgaben sind. Die abzusetzenden Beträge dürfen insgesamt nicht zu einem Verlust führen.

Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach Betriebsvermögensvergleich

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft gehören zu den Gewinneinkünften (§ 2 Absatz 2 Nr. 1 EStG).

Wenn Ihnen ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb gehört, müssen Sie Ihren Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Absatz 1 EStG ermitteln, wenn Sie nach den §§ 140, 141 AO verpflichtet sind, für diesen Betrieb Bücher zu führen und aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen.

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