Steuerprüfung - Die Außenprüfung

Dezember 2016
Die sogenannte Außenprüfung ist im vierten Abschnitt der Abgabenordnung geregelt (§§ 193 ff. Abgabenordnung).

Im Rahmen einer Außenprüfung werden die steuerlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen ermittelt. Nach § 194 Absatz 1 Abgabenordnung kann die Außenprüfung eine oder mehrere Steuerarten und einen oder mehrere Besteuerungszeiträume umfassen oder sich auf bestimmte Sachverhalte beschränken (sachlicher Umfang einer Außenprüfung).

Der persönliche Umfang der Außenprüfung ist in § 193 Abgabenordnung geregelt. Danach ist eine Außenprüfung ohne weitere Voraussetzungen zulässig bei Steuerpflichtigen, die

Darüber hinaus ist eine Außenprüfung unter bestimmten Voraussetzungen auch bei anderen Steuerpflichtigen möglich (vgl. § 193 Absatz 2 Abgabenordnung).

Den Umfang der Außenprüfung hat die Finanzbehörde in einer schriftlich zu erteilenden Prüfungsanordnung zu bestimmen (§ 196 Abgabenordnung).

Der Steuerpflichtige hat bei der Feststellung der Sachverhalte, die für die Besteuerung erheblich sein können, mitzuwirken (§ 200 Abgabenordnung). Diese Mitwirkungspflicht umfasst insbesondere:
  • Auskünfte erteilen
  • Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden zur Einsicht und Prüfung vorlegen
  • Erläuterungen zum Verständnis der Aufzeichnungen geben
  • die Finanzbehörde bei der Ausübung ihrer Tätigkeit unterstützen


Unter Umständen kann der Außenprüfer auch andere Betriebsangehörige um Auskunft ersuchen.

Im Anschluss an die Außenprüfung ist eine Schlussbesprechung abzuhalten, in deren Rahmen insbesondere strittige Sachverhalte sowie die rechtliche Beurteilung der Prüfungsfeststellungen und ihre steuerlichen Auswirkungen zu erörtern sind (§ 201 Abgabenordnung).

Über das Ergebnis der Außenprüfung ergeht ein schriftlicher Prüfungsbericht, in dem die für die Besteuerung erheblichen Prüfungsfeststellungen in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht sowie die Änderungen der Besteuerungsgrundlagen darzustellen sind (§ 202 Abgabenordnung).

Durch eine Außenprüfung kommt es zu folgenden Auswirkungen:
  • Der Beginn der Außenprüfung hemmt den Ablauf der Festsetzungsfrist (§ 171 Absatz 4 Abgabenordnung).
  • Die Änderungssperre (§ 173 Absatz 2 Abgabenordnung) findet Anwendung.
  • Der Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 Abgabenordnung) muss nach Durchführung der Außenprüfung aufgehoben werden.
  • Ein Antrag auf verbindliche Zusage (§ 204 Abgabenordnung) ist im Anschluss an die Außenprüfung zulässig.


Im Anschluss an eine Außenprüfung kann von den Finanzbehörden eine verbindliche Zusage darüber verlangt werden, wie ein für die Vergangenheit geprüfter und im Prüfungsbericht dargestellter Sachverhalt in Zukunft steuerrechtlich behandelt wird (§ 204 Abgabenordnung). Auf diese Weise erübrigt sich in einer zukünftigen Außenprüfung eine erneute Erörterung von sich wiederholenden Sachverhalten.

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