Wie sicher sind verzinsliche Wertpapiere?



Der Anleger in verzinsliche Wertpapiere hat selbstverständlich ein ausgeprägtes Interesse daran, dass ihm das angelegte Kapital zurückgezahlt wird. Die Sicherheit der Kapitalanlage ist einerseits von der ausgewählten Anlageform, die Kurs- und/ oder Währungsrisiken unterliegen kann, und andererseits von der Bonität des Emittenten abhängig.

Während Kurs- und Währungsrisiken schwer zu beeinflussen sind, wird die Sicherstellung der Rückzahlung des angelegten Kapitals durch den Emittenten durch gesetzliche Regelungen reglementiert.

Die deutsche öffentliche Hand als Schuldnerin der Kapitalanlage stellt dabei ein erhöhtes Maß an Sicherheit für den Kapitalanleger dar, da sie in der Regel für die Rückzahlung des angelegten Kapitals eintritt.

Besicherte Schuldverschreibungen, also Wertpapiere, die durch besondere Besicherungsformen die Rückzahlung des angelegten Kapitals garantieren sollen, sind ebenfalls für den Kapitalanleger ein Zeichen der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit des Emittenten.

Beispielsweise werden bei Pfandbriefen die Kapital- und Zinsansprüche aus diesen Briefen durch grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen, so genannte Hypothekenpfandbriefe, oder durch Darlehen der öffentlichen Hand, so genannte öffentliche Pfandbriefe, gesichert.

Die Eintragung von Grundschulden und Sicherungshypotheken oder die Gewährung von Garantien durch Dritte zu Gunsten von Gläubigern der Kapitalanlage stellen ebenfalls Sicherheitsformen dar, die Emittenten ihren Anlagegläubigern einräumen.

Bestimmte Kapitalanlagen sind zudem durch besondere Sicherheitskriterien gekennzeichnet, von denen der Kapitalanleger profitiert. So dürfen beispielsweise Vermögenswerte von unter Vormundschaft stehenden Personen, sogenannten Mündeln, nur in mündelsichere Wertpapiere investiert werden.

Zu diesen mündelsicheren Wertpapieren zählen beispielsweise


  • öffentliche Anleihen,
  • Pfandbriefe und Kommunalobligationen,
  • sonstige vom Bund oder vom Land verbürgte oder gewährleistete Schuldverschreibungen,
  • Wertpapiere von Kreditinstituten mit Sonderaufgaben,
  • Wertpapiere von Kreditinstituten mit einer die Kapitalanlage ausreichenden Sicherungseinrichtung.


Wertpapiere, die von der Deutschen Bundesbank oder anderen nationalen Notenbanken des Europäischen Systems der Zentralbanken beliehen werden können, erfüllen hohe Qualitätsansprüche an die Sicherheit.

So genannte deckungsstockfähige Wertpapiere zeichnen sich ebenfalls durch hohe Merkmale an Sicherheit, Liquidität und Rentabilität aus. In diese Wertpapiere dürfen Versicherungsunternehmen gemäß den Bestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes das so genannte Deckungsstockvermögen investieren.

Dieses Vermögen ist vom Versicherungsunternehmen zur Gewährleistung der Ansprüche der Versicherungsnehmer aus den Versicherungsbeiträgen zu bilden. Damit die Gelder von Versicherungsnehmern nicht durch Spekulationen aufgezehrt werden, dürfen sie nur in die deckungsstockfähigen Wertpapiere investiert werden.
Letzte Änderung am Freitag November 19, 2010 12:21:13 von eepp
Das Dokument mit dem Titel « Wie sicher sind verzinsliche Wertpapiere? » aus Recht-Finanzen (www.recht-finanzen.de) wird zur Verfügung gestellt unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz. Sie dürfen das Dokument verwenden, verändern sowie Vervielfältigungen dieser Seite erstellen, unter den Bedingungen, die in der vorgenannten Lizenz erwähnt sind und unter der gleichzeitigen Bedingung, dass Sie im Rahmen Ihrer Verwendung, Veränderung oder Vervielfältigung nach außen hin klar und deutlich auf den Urheber (= www.recht-finanzen.de) des Dokuments hinweisen.

Verzinsliche Wertpapiere - Kauf
Lebensversicherung - Regeln und Tipps