Die Lage der Immobilie ist ein wesentlicher Faktor des Wohlbefindens: Der eine mag lieber ein Häuschen direkt am See, der andere hätte gerne eine moderne Großstadtwohnung mitten in der belebten Kneipengegend.
Daher sollte man sich über die Standortauswahl sehr ausführlich Gedanken machen und dabei genau in sich hineinhorchen:
Welches Wohneigentum passt zu mir?
Der Erwerb von Wohneigentum ist eine auf lange Sicht angelegte Entscheidung mit erheblichen Auswirkungen auf die persönliche Lebensqualität.
Neben den durch eine Immobilienfinanzierung auftretenden finanziellen Zwängen und der langfristigen örtlichen Bindung setzt der Erwerb von Wohneigentum gleichzeitig den Rahmen des Alltags.
Je nach Art des gewählten Standorts - Wohnen auf dem Land/ Wohnen in der Stadt, Wohnen im eigenen Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhaus/Wohnen in der Stadtwohnung - von heute auf morgen kann die Wahl auf lange Sicht für allgemeines Wohlbefinden oder aber Unbehagen sorgen kann.
Daher ist es neben der grundsätzlichen Entscheidung für den Erwerb von Wohneigentum von ganz erheblicher Bedeutung, sich über die eigenen Wünsche, Fixpunkte, Bedürfnisse und Zwänge im Klaren zu sein, damit die Freude an den eigenen vier Wänden auch auf langfristig erhalten bleibt.
Dies gilt sowohl hinsichtlich des Standortes und der Art der Immobilie als auch für die Entscheidung über den Erwerb eines Alt- oder Neubaus.
Wohnen auf dem Land
Das Wohnen auf dem Land ermöglicht die freiere Gestaltung des Wohnens, da aufgrund der in der Regel geringeren Preise von Grund und Boden für das gleiche Geld ein größeres Grundstück zu finden sein wird, als dies in der Stadt regelmäßig der Fall ist.
Die Realisierung des Traums vom freistehenden eigenen Haus kann daher in greifbare Nähe rücken. Neben der größeren Entfernung zu etwaigen störenden Einflüssen der Nachbarschaft schafft die Entscheidung für das Leben auf dem Land die Möglichkeit für eine großzügigere und individuellere Gestaltung des Wohneigentums.
Ob das Leben auf dem Land eine langfristig zufriedenstellende Entscheidung sein kann, hängt insbesondere davon ab, ob die Bereitschaft zur Eingliederung in das ländliche Milieu mit all seinen Licht- und Schattenseiten besteht.
Menschen, die daran gewöhnt sind, Einkäufe und Behördengänge zu Fuß zu erledigen oder mehrmals wöchentlich die kulturellen und gastronomischen Vorzüge einer Innenstadtlage zu nutzen, müssen eine Entscheidung darüber treffen, ob die mit dem Leben auf dem Land in der Regel verbundenen weiteren Wege sowie die bald tägliche Nutzung von PKW und öffentlichen Verkehrsmitteln eine zufriedenstellende Alternative darstellen.
Soll eine Familie auf das Land ziehen, beziehungsweise steht die Gründung einer Familie ins Haus, sollte sichergestellt werden, dass die Infrastruktur auf dem Land die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ermöglicht und dass die Familienlogistik den individuellen Bedürfnissen der Freizeitgestaltung der einzelnen Familienmitglieder gewachsen ist.
Passt die persönliche Bilanz der Lebensgestaltung zu einem Leben auf dem Lande, sollte dem Glück in den eigenen vier Wänden dort nichts entgegenstehen.
Wohnen in einem Doppel- oder Reihenhaus
Ermöglichen die Grundstückspreise den Erwerb eines freistehenden Hauses oder eines hinreichend großen Grundstücks zur Errichtung eines solchen nicht, kann der Erwerb eines Doppel- oder Reihenhauses eine gute Alternative darstellen.
So kann der Traum vom eigenen Haus mit Garten auch auf einem Grundstück mit nur 200 m2 Platz finden.
Neben den geringeren Grundstückskosten ist die Errichtung von Doppel- und Reihenhäusern in der Regel auch mit geringeren Bau- und Herstellungskosten verbunden, da neben den gemeinsamen Angrenzerwänden auch die gemeinsame Baustelleneinrichtung und -erschließung eine Kostenoptimierung ermöglicht.
Einen weiteren Vorteil bieten Doppel- und Reihenhäuser in Punkto Energieeffizienz, da ein Doppelhaus aufgrund der gemeinsamen Trennwand nur drei, ein Reihenhaus sogar nur zwei Außenseiten hat, sodass sich die Wärmeverluste auf bis zu 50 % reduzieren lassen.
Die Kehrseite des Erwerbs eines Doppel- oder Reihenhauses ergibt sich aus dem direkten Umfeld dieser
Immobilien, da die Nähe der Nachbarschaft natürlich auch das Teilen des gemeinsamen Alltags mit sich bringt.
Außer auf eine gute Schallisolierung der gemeinsamen Trennwände sollten Erwerber eines Doppel- oder Reihenhauses daher darauf achten, dass sie die erforderliche Bereitschaft zum Leben mit dem Nachbarn unter einem Dach mitbringen, sodass dessen abendliches Grillen auf der Terrasse, oder dessen Gastfreundschaft und Familienleben nicht unmittelbar zum Ausbruch einer Nachbarschaftsstreitigkeit führen.
Der Erwerb eines Doppel- oder Reihenhauses birgt jedoch letztlich immer das Risiko von Konflikten mit der Nachbarschaft, der trotz zahlreicher intelligenter architektonischer Lösungen nicht immer gänzlich aus dem Weg gegangen werden kann.
Erwerb einer Stadtwohnung
Der Erwerb einer Stadtwohnung kann für diejenigen Menschen die passende Alternative bilden, die nicht auf die Infrastruktur des städtischen Milieus verzichten möchten und die "Last der saisonalen Gartenarbeit" im Zweifel lieber auf die mehr oder weniger aufwendige Gestaltung des Balkons beschränken.
Der Vorteil der kurzen Wege zur Arbeit, zu Behörden und attraktiven Freizeitangeboten ist freilich mit dem Kompromiss der Nähe zu eventuell störenden Nachbarn, städtischem Lärm und städtisch geprägter Natur verbunden.
Letzte Änderung am Donnerstag Januar 27, 2011 06:02:50 von Monitorer