Gültigkeit eines Dreizeugentestaments

Dezember 2016

Die Errichtung eines Testaments kann entweder öffentlich (also notariell) oder eigenhändig erfolgen. In Fällen, in denen ein Notar nicht rechtzeitig erreicht werden kann, ist eine Testamentserrichtung ausnahmsweise auch ohne Einhaltung der notwendigen Form zulässig. Das Gesetz sieht die folgenden Formen des sogenannten Nottestaments vor:
  • Bürgermeistertestament (§ 2249 BGB)
  • Dreizeugentestament (§ 2250 BGB)
  • Seetestament (§ 2251 BGB)


Mit Beschluss vom 14.07.2009 hat das Oberlandesgericht München die Voraussetzungen für die Gültigkeit eines Dreizeugentestaments zusammengefasst (Az. 31 Wx 141/08). Demnach ist das Dreizeugentestament nur dann gültig, wenn der Erblasser sich in so naher Todesgefahr befindet, dass voraussichtlich weder eine notarielle Testamentserrichtung noch die Errichtung eines Testaments vor einem Bürgermeister mehr möglich ist. (Die Gefahr des Eintritts einer Testierunfähigkeit steht dabei der Todesgefahr gleich.) In diesem Fall kann das Testament ausnahmsweise mündlich vor drei Zeugen erklärt werden. Der Inhalt der Erklärung ist zur Niederschrift aufzunehmen. Das Dreizeugentestament ist jedoch unwirksam, wenn ein Notar ohne weiteres zur Protokollierung des Testaments erreichbar gewesen wäre.

Nach § 2252 BGB ist die Gültigkeitsdauer von Nottestamenten beschränkt. So verfällt ein Nottestament, wenn seit der Errichtung des Testaments drei Monate verstrichen sind und der Erblasser noch lebt. Die Frist beginnt dabei erst dann, wenn es dem Erblasser möglich ist, ein Testament vor einem Notar zu errichten.

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