Allgemeine Kündigungsvoraussetzungen

Dezember 2016

Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben grundsätzlich jederzeit die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis durch eine Kündigung zu beenden. Die Zustimmung der anderen Vertragspartei ist hierfür nicht erforderlich, sonst wird die Rede von Aufhebungsvertrag sein.
Liegt es keine außerordentliche Kündigung vor, gilt es viele Ansichtspunkte zu betrachten. Man kann ja, vor allem der Arbeitnehmer, jede Kündigungsszene ausdenken, den Chef ins Gesicht ausschimpfen und den Arbeitsplatz verlassen. Doch man hat seine Arbeitsleben aufs Spiel gesetzt. Mann kann nie wissen, in welchem Massen den Chef dadurch geärgert hat.

Allgemeine Kündigungsvoraussetzungen

  • Kündigung durch den Arbeitnehmer: Zugang des schriftlichen und datierten Kündigungsschreibens: "Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen."
  • Bei Kündigung durch den Arbeitgeber wäre die vorherige Anhörung des Gekündigten ein wirksamer Weg potentielle rechtliche Streitigkeiten vorab aus dem Weg zu räumen. Dies gilt jedoch nicht Wenn es eine Verdachtskündigung vorliegt.

Arbeitnehmer-Kündigung oder Arbeitgeber -Kündigung

  • Man unterscheidet zunächst danach, von wem die Kündigung erklärt wird: Entweder wird sie vom Arbeitgeber erklärt oder vom Arbeitnehmer.
  • Die Rede von Arbeiternehmer-Kündigung , wenn er selbst seinen Job aufgeben will. Löst der Arbeitgeber ein unbefristetes Arbeitsverhältnis auf, spricht man von Arbeitgeber- Kündigung.Diese Unterscheidung ist aus folgenden Gründen wichtig:
    • Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben in der Regel unterschiedliche Kündigungsfristen zu beachten.
    • Nur der Arbeitgeber muss - einen Kündigungsgrund nachweisen, um sich von seinem Mitarbeiter trennen zu können. Der Arbeitnehmer hingegen kann auch grundlos seinen Hut nehmen und muss sich diesbezüglich gegenüber seinem Arbeitgeber nicht durch einen Kündigungsgrund rechtfertigen.
    • Schließlich ist es auch für den Anspruch auf Arbeitslosengeld von Bedeutung, wer gekündigt hat.

Ordentliche Kündigung

  • Die ordentliche Kündigung wird auch fristgerechte oder fristgemäße Kündigung genannt.
  • Dabei handelt es sich also um die - vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer erklärte - Kündigung des Arbeitsverhältnisses unter Einhaltung einer vertraglich oder gesetzlich vorgesehenen Kündigungsfrist.
  • Bei KSchG benötigt der Arbeitgeber bei der ordentlichen Kündigung zudem zusätzlich einen gesetzlich zugelassenen Kündigungsgrund und er muss diesen Kündigungsgrund im Streitfalle vor dem Arbeitsgericht auch beweisen.

Außerordentliche Kündigung

  • Die außerordentliche Kündigung wird auch als fristlose Kündigung oder Kündigung aus wichtigem Grund (§ 626 des Bürgerlichen Gesetzbuches, BGB) bezeichnet.
  • Durch sie wird das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist, also von heute auf morgen, beendet, weil es dem Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer - je nachdem wer die Kündigung erklärt - nicht mehr zumutbar ist, auch nur einen Tag länger mit der anderen Seite zusammenzuarbeiten.
  • Auch die außerordentliche Kündigung muss in Ausnahmefällen mit einer kurzen sozialen Auslauffrist versehen werden, so dass der Ausdruck "fristlose Kündigung" nicht immer stimmt.

Außerordentliche (oft fristlose) Kündigung aus wichtigem Grund

  • Ist das Kündigungsschutzgesetz anwendbar, muss der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund geltend machen und im Streitfalle auch beweisen, um sich wirksam von seinem Mitarbeiter trennen zu können.
  • Die möglichen Kündigungsgründe sind vom Gesetz abschließend aufgezählt. Nur folgende Kündigungsgründe können nach dem Kündigungsschutzgesetz eine Kündigung rechtfertigen - das Gesetz spricht von "sozialer Rechtfertigung."

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