Befristung des nachehelichen Unterhalts

Dezember 2016

  • Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Unterhaltsanspruch nicht grundsätzlich befristet werden darf. Danach ist eine Befristung des nachehelichen Unterhalts nur dann möglich, wenn
    • keine ehebedingten Nachteile des Unterhaltsberechtigten ausgeglichen werden müssen und
    • die Befristung unter dem Blickwinkel nachehelicher Solidarität nicht unbillig ist.
  • In dem verhandelten Fall wurde eine Ehe nach 23 Jahren geschieden. Die Ehefrau hatte die eigene Erwerbstätigkeit wegen Kinderbetreuung und Haushaltsführung aufgegeben. Der Versorgungsausgleich, den sie nach der Scheidung erhielt, war sehr gering, da ihr geschiedener Mann als Selbständiger kaum Rentenansprüche erworben hatte.
  • Die Richter entschieden, dass bei einer langen Ehedauer eine große wirtschaftliche Verflechtung besteht. In derartigen Fällen kann es die nacheheliche Solidarität gebieten, dass unbefristet Unterhalt zu zahlen ist. Eine umfassende Abwägung des Einzelfalls ist erforderlich.(Urteil vom 06.10.2010, Az. XII ZR 202/08)

Lesen Sie auch :

Das Dokument mit dem Titel " Befristung des nachehelichen Unterhalts " wird auf CCM Recht & Finanzen (www.recht-finanzen.de) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Recht & Finanzen deutich als Urheber kennzeichnen.