Fälschung einer Unterschrift ist kein Kündigungsgrund

Dezember 2016

Gemäß § 1 Absatz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) kann eine Kündigung unter anderem aus verhaltensbedingten Gründen erfolgen. Einer verhaltensbedingten Kündigung liegt ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers zugrunde. Dabei ist zwischen dem privaten und dienstlichen Bereich zu differenzieren. So stellt ein privates (das heißt außerdienstliches) Fehlverhalten ausnahmsweise nur dann einen Kündigungsgrund dar, wenn hierdurch das Arbeitsverhältnis betroffen ist.

In diesem Zusammenhang hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden, dass die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen Fälschung der Unterschrift des Vorgesetzten unwirksam ist.

In dem verhandelten Fall erstellte ein Arbeitnehmer für sich ein Arbeitszeugnis und fälschte die Unterschrift des Chefs. Daraufhin wurde ihm gekündigt. Nach Auffassung der Richter stellt die Fälschung ein außerdienstliches Fehlverhalten dar, das die Arbeitsleistung und die Betriebsverbundenheit des Arbeitnehmers nicht beeinflusst. Damit rechtfertigt die vorgenommene Fälschung keine verhaltensbedingte Kündigung.

(Urteil vom 23.06.2010, Az. 7 Ca 263/10)

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