Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle VG

Dezember 2016

Mit Hilfe des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (kurz: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz - BilMoG) wird das Handelsbilanzrecht erheblich modernisiert. Das Ziel des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ist es unter anderem, die Aussagekraft und Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses zu verbessern. Die Neuregelungen für die Bilanzierung gelten für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2009 beginnen.

Eine Neuregelung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ist die Schaffung neuer Bilanzposten. So galt nach bisherigem Recht ein Bilanzierungsverbot für selbst geschaffene immaterielle Anlagegüter. Folglich durften immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nur dann als Aktivposten in der Bilanz angesetzt werden, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Gemäß § 248 Absatz 2 Handelsgesetzbuch (HGB) besteht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (beispielsweise selbst entwickelte Patente) zukünftig ein Aktivierungswahlrecht. Hierdurch soll der zunehmenden Bedeutung immaterieller Vermögensgegenstände Rechnung getragen werden. In diesem Zusammenhang gilt zu beachten, dass nach § 255 Absatz 2a HGB nur die Herstellungskosten der Entwicklungsphase angesetzt werden dürfen. Forschungskosten sind hiervon ausdrücklich ausgenommen. Dementsprechend ist eine Aktivierung ausgeschlossen, wenn Forschung und Entwicklung nicht verlässlich voneinander unterschieden werden können.

Das Aktivierungsverbot für die Steuerbilanz (§ 5 Absatz 2 Einkommensteuergesetz) bleibt unverändert bestehen.

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