Sozialauswahl: Vorrang für ältere Arbeitnehmer

Dezember 2016

Gemäß § 1 Absatz 3 Kündigungsschutzgesetz ist eine Kündigung aus dringenden betrieblichen Erfordernissen dann sozial ungerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des Arbeitnehmers
nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt hat.

In diesem Zusammenhang hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden, dass das Alter eines Arbeitnehmers bei der sozialen Auswahl bei betriebsbedingten Kündigungen stärker zu gewichten ist als die Anzahl der unterhaltspflichtigen Kinder.

In dem verhandelten Fall waren zwei Arbeitnehmern (35 und 53 Jahre alt) ungefähr gleich lange im Unternehmen beschäftigt. Der jüngere Arbeitnehmer hatte zwei Kinder; der ältere Arbeitnehmer war kinderlos. Dem älteren Arbeitnehmer wurde betriebsbedingt gekündigt. Nach Auffassung der Richter war die Kündigung nicht rechtens. Grundsätzlich ist der jeweilige Einzelfall zu beurteilen. In dem vorliegenden Fall hatte der ältere Arbeitnehmer nur noch sehr geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weswegen das Lebensalter hier gegenüber der Kinderanzahl stärker zu gewichten war.

(Urteil vom 18.2.2011, Az. 4 Sa 1122/10)


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