Voraussetzung für eine Kündigung wegen qualitativer Minderleistung

Dezember 2016

Eine sogenannte qualitative Minderleistung liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer die zu erwartende Normalleistung bewusst beziehungsweise schuldhaft unterschreitet.

In diesem Zusammenhang hat das Landesarbeitsgericht München entschieden, dass eine qualitative Minderleistung nur dann eine Kündigung rechtfertigt, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass die Leistung des entsprechenden Arbeitnehmers über einen längeren Zeitraum erheblich von der Durchschnittsleistung vergleichbarer Arbeitnehmer abweicht.

In dem verhandelten Fall wurde einer kaufmännischen Angestellten gekündigt, nachdem ihr bei der Erfassung von Frachtdaten wiederholt erhebliche Fehler unterlaufen waren. Der Arbeitgeber warf der Angestellten vor, die Normalleistung bewusst zu unterschreiten. Nach Auffassung der Richter ist die verhaltensbedingte Kündigung unwirksam, da der Arbeitgeber nicht in der Lage war, die Leistung der gekündigten Arbeitnehmerin mit der durchschnittlichen Fehlerquote im Unternehmen zu vergleichen.

(Urteil vom 3.3.2011, Az. 3 Sa 764/10)

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