Grundlagen für die Berechnung von ALG I und ALG II

Dezember 2016

Wird man in Deutschland arbeitslos, gibt es zwei verschiedene Arten der staatlichen Unterstützung: Arbeitslosengeld 1 und Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV). Was sind die rechtlichen Grundlagen und wie wird das Arbeitslosengeld berechnet?


Rechtliche Grundlagen des ALG I

Verlieren Sie Ihre Arbeit, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Die Dauer dieser Unterstützung ist in der Regel auf ein Jahr begrenzt, bei älteren Arbeitslosen kann sie auch bis zu zwei Jahren gezahlt werden.

Rechtliche Grundlagen des ALG II

Das Arbeitslosengeld II dient der Grundsicherung von Arbeitsuchenden und Arbeitenden, die ihren Lebensunterhalt nicht oder nicht vollständig durch Einkommen, Vermögen oder andere Hilfen bestreiten können. Das ALG II ist unbefristet.

Anspruch auf ALG I

Jeder Arbeitslose, der sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn er die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllt hat. Dafür muss er in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate lang in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben. Personen, die eine Ausbildung gemacht, eine Elternzeit genommen oder einen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet haben, haben ebenfalls Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Höhe des ALG I

Der § 151 SGB III gibt Auskunft darüber, wie hoch das Arbeitslosengeld I ist.


Für die Berechnung wird das sozialversicherungspflichtige Brutto-Einkommen der letzten zwölf Monate bestimmt. Dieses Jahreseinkommen wird durch 365 geteilt, um das tägliche Bemessungsentgelt zu erhalten. Von diesem Betrag wird eine Pauschale von 21 Prozent für Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen. Daraus ergibt sich das tägliche Leistungsentgelt.

Der tägliche Leistungssatz entspricht 60 Prozent (bzw. 67 Prozent für einen Arbeitslosen mit Kind). Für einen vollen Monat wird 30 mal der tägliche Leistungssatz gezahlt (§ 154 SGB III).

Höhe des ALG II

Die Regelsätze in der Grundsicherung wurden zum 1. Januar 2016 um 1,25 Prozent erhöht. Für die Grundsicherung werden alle Personen, die im Haushalt leben, berücksichtigt. Die folgenden Regelsätze gelten 2016:


404 Euro für Alleinstehende, Alleinerziehende oder Volljährige mit minderjährigem Partner
364 Euro für volljährige Partner
324 Euro für Volljährige bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (18 bis 24 Jahre) sowie Personen unter 25 Jahren, die ohne Zusicherung der Mietzahlungen durch den kommunalen Träger (Jobcenter) umziehen (15 bis 24 Jahre)
306 Euro für Kinder und Jugendliche von 14 bis 17 Jahren und minderjährige Partner
270 Euro für Kinder von sechs bis 13 Jahren
237 Euro für Kinder von 0 bis 5 Jahren

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