Werbungskosten: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Dezember 2016

Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz (EStG) zählen zu den Werbungskosten Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte. Dabei ist für die Bestimmung der Entfernung grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte maßgebend. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann ausnahmsweise nur dann zugrunde gelegt werden, wenn
  • diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und
  • vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzt wird.

Bisher wurde eine Straßenverbindung immer dann als "offensichtlich verkehrsgünstiger" anerkannt, wenn sich durch die Benutzung dieser Strecke eine sogenannte Mindestzeitersparnis von 20 Minuten ergibt.

Der Bundesfinanzhof hat nun konkretisiert, unter welchen Voraussetzungen eine andere als die kürzeste Straßenverbindung als offensichtlich "verkehrsgünstiger" anzuerkennen ist. Nach Auffassung der Richter sind bei der Beurteilung alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die Erfüllung einer Mindestzeitersparnis ist nicht grundsätzlich erforderlich. Zudem stellten die Richter fest, dass in die Beurteilung nur die kürzeste und die tatsächlich benutzte Straßenverbindung einzubeziehen sind. Weitere mögliche Strecken kommen nicht in Betracht.

(Urteile vom 16.11.2011, Az. VI R 19/11 und VI R 46/10)

Lesen Sie auch :

Das Dokument mit dem Titel " Werbungskosten: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte " wird auf CCM Recht & Finanzen (www.recht-finanzen.de) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Recht & Finanzen deutich als Urheber kennzeichnen.