Fürsorgepflicht der Telekom bei auffällig hohen Rechnungen

Dezember 2016

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die Telekom ihre Kunden auf auffällig hohe Rechnungen hinweisen muss (Urteil vom 01.06.2010, Az. 7 O 470/09). Bei einem Telekommunikationsvertrag handelt es sich um ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis. Im Rahmen eines derartigen Dauerschuldverhältnisses kommt der Telekom eine besondere Fürsorgepflicht zu, was bedeutet, dass sie kurzfristig auf ein schadensträchtiges Verhalten ihrer Kunden zu reagieren hat.

In dem verhandelten Fall hatte die Klägerin einen neuen Telefonvertrag ohne Internet-Flatrate abgeschlossen. Aufgrund eines Installationsfehlers stellte der neu angeschaffte DSL-Router einen ständigen Zugang zum Internet her. Vertragsgemäß wurde die Internetnutzung minutengenau abgerechnet, was zu monatlichen Rechnungen von über 1.000 Euro führte, die die Telekom über einen Zeitraum von fünf Monaten auch abbuchte.

Die Telekom hat auf die ungewöhnliche Internetnutzung der Kundin nicht reagiert, wodurch sie sich einer Pflichtverletzung schuldig gemacht hat. Sie muss der Kundin die Kosten erstatten.

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