Die wichtigsten Fragen zur Rente ab 63 werden hier beantwortet!

Dezember 2016

Die wichtigsten Fragen zur Rente ab 63 werden hier beantwortet!

Was ist die Rente ab 63?

Mit dieser Gesetzesänderung erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die besonders lange gearbeitet und 45 oder mehr Jahre in die Rente eingezahlt haben, die Gelegenheit, bereits ab Vollendung des 63. Lebensjahres in Rente zu gehen, ohne die sonst bei vorzeitigen Renten üblichen Abschläge hinnehmen zu müssen.

Welche Zeiten zählen zu den nötigen 45 Beitragsjahren?

Die abschlagsfreie Rente ab 63 belohnt die, die ihr Arbeitsleben bereits in jungen Jahren begonnen und über Jahrzehnte hinweg durch Beschäftigung, selbstständige Tätigkeit und Pflege sowie Kindererziehung ihren Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung geleistet haben. Um besondere Härten aufgrund vorübergehender Unterbrechungen der Erwerbsbiografie zu vermeiden, werden zum Teil auch Zeiten der Arbeitslosigkeit berücksichtigt - Ausnahme sind die letzten zwei Jahre vor dem Eintritt in die abschlagsfreie Rente. Arbeitslosigkeit in dieser Phase wird nicht als Beitragszeit [%25252Ffaq%25252F6534-einfuhrung-vom-mindestlohn-ab-januar-2015-welche-zuschlage-und-sonderleistungen-durfen-auf-den-mindestlohn angerechnet], es sei denn, sie wurde durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht.
Folgende Zeiten zählen bei der Wartezeit von 45 Jahren mit:
  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung,
  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus selbstständiger Tätigkeit,
  • Zeiten der versicherungspflichtigen, geringfügigen Beschäftigung (Minijob mit eigener Beitragszahlung)
  • Zeiten der Wehr- oder Zivildienstpflicht,
  • Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege von Angehörigen,
  • Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes,
  • Zeiten, in denen Arbeitslosengeld oder Teilarbeitslosengeld oder Leistungen der beruflichen Weiterbildung bezogen wurden, mit Ausnahme der letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn - es sei denn, die Arbeitslosigkeit wird durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht,
  • Zeiten, in denen Krankengeld bezogen wurde,
  • Zeiten, in denen Übergangsgeld bezogen wurde,
  • Zeiten des Bezugs von Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld und Winterausfallgeld,
  • Zeiten des Bezugs von Insolvenzgeld (Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers),
  • Zeiten der freiwilligen Versicherung, wenn mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung oder aus selbstständiger Tätigkeit vorliegen - mit Ausnahme der letzten zwei Jahre vor dem Rentenbeginn, wenn gleichzeitig Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit vorliegen,
  • Ersatzzeiten.

Nicht berücksichtigt werden Zeiten der Dauer- und Langzeitarbeitslosigkeit (Bezug von Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe) sowie Zeiten aus einem durchgeführten Versorgungsausgleich oder Rentensplitting.

Warum werden Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor Renteneintritt nicht angerechnet?

Phasen der Arbeitslosigkeit werden auf die Wartezeit angerechnet, um besondere Härten aufgrund der Unterbrechung der Erwerbsbiografie zu vermeiden. Um Missbräuche von vornherein auszuschließen, werden Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien Rente ab 63 nicht mehr mitgezählt. Eine Ausnahme ist für Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs vorgesehen, die durch eine Insolvenz oder eine vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht wurden.
Durch die zweijährige Nichtanrechnung soll verhindert werden, dass Versicherte willentlich zwei Jahre vor dem eigentlichen Eintritt in die abschlagsfreie Rente in die Arbeitslosigkeit gehen - sei es, weil der Arbeitgeber sie entlässt oder weil sie selbst kündigen. So werden eine systematische Frühverrentung und damit ein Missbrauch des solidarischen Systems der Arbeitslosenversicherung verhindert, die zulasten aller Versicherten gingen.
Ab wann kann man die Rente ab 63 beantragen?
Wer 63 Jahre oder älter ist und noch keine Altersrente bekommt, kann ab dem 1. Juli 2014 diese Rente abschlagsfrei beziehen, wenn er die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt. Das Eintrittsalter wird -- ähnlich der Anhebung bei den anderen Altersrenten -- stufenweise angehoben. Für die Jahrgänge ab 1964 beträgt das Eintrittsalter in diese Rente dann 65 Jahre, also wieder zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze.
Anspruch auf die Altersrente nach Vollendung des 63. Lebensjahres haben Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind. Für Versicherte, die nach dem 31. Dezember 1952 geboren sind, wird die Altersgrenze von 63 Jahren wie folgt stufenweise angehoben.

Wann kann ich in Rente gehen?

Das heißt, die Anhebung beginnt für Rentenzugänge im Jahr 2016. Versicherte der Geburtsjahrgänge 1964 und jünger können diese Altersrente mit Vollendung des 65. Lebensjahrs in Anspruch nehmen, also ebenfalls zwei Jahre vor Erreichen der dann geltenden Regelaltersgrenze.

Ab welchem Zeitpunkt gilt die Rente ab 63?

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Rente ab 63 vom 1. Juli 2014 an für Neurentnerinnen und Neurentner gelten soll. Wer also ab dem 1. Juli neu in Rente geht, kann die Rente ab 63 in Anspruch nehmen, soweit die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Hat ein Anspruch auf die Rente ab 63 Auswirkungen auf die Förderleistungen der Bundesagentur für Arbeit?

Nein. In das Altersteilzeitgesetz wurde eine Übergangsregelung für laufende Förderfälle eingefügt (§ 15h Altersteilzeitgesetz). Danach endet die Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit nicht, wenn die Voraussetzungen für eine Rente ab 63 erfüllt sind und mit der Altersteilzeit vor dem 1. Januar 2010 begonnen wurde. Mit der Übergangsregelung hat der Gesetzgeber für Förderfälle nach dem Altersteilzeitgesetz klargestellt, dass Förderleistungen durch die Bundesagentur für Arbeit trotz eines Anspruchs auf eine ungeminderte Rente ab 63 weiterhin gezahlt werden. Damit werden Altersteilzeitarbeitsverhältnisse geschützt, die vor dem 1. Januar 2010 im Vertrauen auf eine nach der damaligen Gesetzeslage uneingeschränkte Förderbarkeit bis zum vereinbarten Ende der Altersteilzeitarbeit begonnen wurden.

Kann mich mein Arbeitgeber kündigen, weil ich nun eine abschlagsfreie Rente ab 63 beantragen kann?

Das Erreichen des Rentenalters oder der Anspruch auf Altersrente berechtigt den Arbeitgeber nicht zur Kündigung. Abweichendes kann sich aus tarifvertraglichen oder einzelvertraglichen Vereinbarungen ergeben.
Wie beende ich mein Arbeitsverhältnis, wenn ich die Rente ab 63 in Anspruch nehmen will?
Für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gelten grundsätzlich die allgemeinen Regeln. Will der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis beenden, muss er kündigen oder einen Aufhebungsvertrag abschließen. Aufgrund der Beantragung einer Rente ab 63 endet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch. Eine gesetzlich festgeschriebene Altersgrenze für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht nicht. Das Erreichen von Altersgrenzen hat allein keine unmittelbare Folge für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Aufgrund einer tarifvertraglichen oder einzelvertraglichen Vereinbarung kann das Arbeitsverhältnis zwar mit Erreichen der Regelaltersgrenze "automatisch" enden. Diese Vereinbarungen betreffen aber die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (2014: 65 Jahre und 3 Monate). Das Arbeitsverhältnis ist in diesem Fall aufgrund der Vereinbarung auf diesen Zeitpunkt befristet und endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf.Auszug zitiert nach dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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