Vermittlungsgebühren von Lebensversicherungen

Dezember 2016

Für die Vermittlung von Lebensversicherungen fallen in der Regel Vermittlungsgebühren des Versicherungsvermittlers an. Das Finanzgericht Niedersachsen hat in seinem Urteil vom 22.4.2010, Az. 11 K 85/08 festgestellt, dass Vermittlungsgebühren für fondsgebundenen Lebensversicherungen keine vorweggenommenen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen darstellen. Vielmehr handele es sich um Anschaffungsnebenkosten, die der Vermögens- und nicht der Erwerbssphäre zuzuordnen sein. Dies führt dazu, dass die Vermittlungsgebühren als Anschaffungsnebenkosten die steuerpflichtigen positiven Kapitaleinnahmen mindern oder die negativen Kapitaleinnahmen erhöhen. Dies gilt sowohl bei der Fälligkeit der Versicherungsleistung als auch bei der vorzeitigen Kündigung oder beim Verkauf der Lebensversicherung an Dritte.

Ein derartiger Minderungseffekt war durch die Einführung der Abgeltungssteuer verloren gegangen, denn es gab bei der privaten Geldanlage keinen Werbungskostenabzug mehr.

Im Ergebnis führt dies dazu, dass für nach 2004 abgeschlossene Versicherungsverträge die Vermittlungsgebühren als Teil der entrichteten Versicherungsprämien bei der Berechnung des zu versteuernden Unterschiedsbetrags zwischen der erhaltenen Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Versicherungsbeiträge zu berücksichtigen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vermittlungsgebühren in den an die Versicherungsgesellschaft gezahlten Versicherungsprämien enthalten sind oder aufgrund eines gesonderten Vermittlungsauftrages direkt vom Versicherungsnehmer an den Vermittler geleistet wurden. In jedem Fall erhöhen sie die Summe der entrichteten Beiträge, die den zu versteuernden Unterschiedsbetrag mindern.

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