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Liegt hier eine Nothilfe gem.32 vor?

Stellen Sie Ihre Frage Patinta - Letzte Antwort am Aug 10, 2015 15:44
hallo:) wenn einer einem eien wertlose Sache wegnimmt und zwei anderer Komm und werfen denjenigen der die Sache weggenommen zu Boden? Liegt dann eine Nothilfe gem.32 vor?
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Für mich ist es jedoch prinzipiell egal wie " billig" eine Sache ist. Ein ideeller Wert zählt auch.Ist ja schließlich sein Eigenturm.
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"prinzipiell egal wie " billig" eine Sache ist"

Das stimmt so nicht.

Folgt man dem von S.H. gesetzen Link und liest dort nach, erfährt man, dass -zugegebenermaßen ausnahmsweise- bei einem "[krassen] Missverhältnis zwischen drohender Verletzung und verteidigtem Rechtsgut kein Notwehrrecht besteht. Es kommt also sehr wohl auf den Wert des zu schützenden Rechtsguts an.
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"prinzipiell egal wie " billig" eine Sache ist" Das stimmt so nicht. heißt es dass man jemanden einfach eine Sache entnimmt, ohne nichts zu befürchten??? Für mich Eigenturm ist Eigenturm und dabei gebe ich S.H voll Recht.... Unterschlagung bleibt Unterschlagung ... Auf den Wert der unterschlagten Sache kommt es aber den Schadenersatz an.
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"und dabei gebe ich S.H voll Recht"

Was aber nur dazu führt, dass sich die Zahl jener, die Unrecht haben, erhöht.

Das Gegenteil ergibt sich schon aus dem von S.H. selbst gesetzen Link.

Die Rechtsprechung sieht das schon seit dem Reichsgericht anders:

Das Notwehrrecht ist auch in Fällen einzuschränken, in denen ein krasses (»unerträgliches«) Missverhältnis zwischen der Art und dem Umfang der aus dem Angriff drohenden Verletzung und der mit der Verteidigung verbundenen Beeinträchtigung oder Gefährdung des Angreifers besteht. Ein solches unerträgliches Missverhältnis wurde insbesondere in Fällen der Tötung zum Schutz von Sachgütern angenommen.

Beispiele:

Erschießen des Obstdiebes (Reichsgericht);

Erschießen bei Diebstahl einer Sirupflasche im Wert von 10 Pfennigen, [OLG Stuttgart [1949]),

Selbstschussanlage gegen Pfirsichdiebe, (OLG Braunschweig [1947],

Revolverschüsse zum Schutz von Biergläsern (Reichsgericht);

Verteidigung des Pfandrechts an einem Huhn mit Axthieben (Bayerisches Oberstes Landesgericht [1954];

Autofahrer, der eine sich ihm rechtswidrig in den Weg stellende Person bei Tempo 130 km/h auf der Kühlerhaube mitgenommen hat (Bundesgerichtshof);

Drohung eines Grundstückeigentümers, mit Hunden und Waffen gegenüber Benutzern von dessen Privatweg vorzugehen (BayObLG [1965]);

Schuss auf die Beine eines minderjährigen Autoknackers (Landgericht München [1988);

schwere Gefährdung eines anderen Verkehrsteilnehmers zur Verteidigung gegen geringfügige Einschränkung des Gemeingebrauchs (Oberlandesgericht Saarbrücken);

Drohung des Überfahrens bzw. bei Überfahren zur Erzwingung der Freigabe einer Parklücke (BayObLG 1963] oder zur Erzwingung freier Durchfahrt bei einer nur kurzfristigen Beschränkung der Bewegungsfreiheit (Oberlandesgericht Hamm 1972].
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