Führt Aufnahme pflegebedürftiger Eltern ins eigene Heim zur Steuerpflicht?

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Montag Januar 7, 2019
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Januar 7, 2019
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Hallo allerseits,
ich habe eine Frage, die sowohl die Pflege als auch das Steuerrecht umfasst.
Ein alleinstehendes Elternteil wird durch eine Krankheit zum Pflegefall mit Pflegegrad 3.
Der verheiratete Sohn des Elternteils möchte das Elternteil bei sich aufnehmen und pflegen.
Weder die Wohnung des Elternteils noch die Wohnung des Sohnes und seiner Frau sind für die Pflege und ein Leben zu dritt geeignet.
Aus diesem Grund soll ein Haus gekauft werden in das das Elternteil, der Sohn und die Schwiegertochter einziehen.
Für das Ehepaar wäre die Pflege mit zeitlichen und emotionalen Belastungen verbunden, die über das Pflegegeld nicht kompensiert werden.

Wie kann sich das Elternteil an den Kosten für das Wohnen beteiligen, ohne dass dies zu einer steuerlichen Belastung für den berufstätigen Sohn und seine berufstätige Ehefrau wird?

1. Überlegung:
Das Elternteil zahlt anteilmäßige Nettokaltmiete (ca. 3000€/a = 66% vom Mietspiegel), Betriebskosten und beteiligt sich ebenso anteilmäßig an Elektrogeräten (wie z.B. die besonders vom Elternteil genutzte Waschmaschine, Geschirrspülmaschine).

Wäre dann die Nettokaltmiete des Elternteils als steuerlich zu berücksichtigende Einnahme des Sohnes und seiner Frau zu werten?

Falls ja, sollte der Sohn dann versuchen die anteilige AFA (schon nicht ganz einfach zu berechnen, vielleicht 1000€/a) und die anteiligen Zinsen für die Kreditaufnahme für den Hauskauf (ca. 2000€) und eventuelle Renovierungskosten oder die anteiligen Kosten für Instandhaltungsarbeiten (wenn z.B. das Dach des Hauses erneuert werden muss oder das vom Elternteil genutzte Bad umgebaut werden muss) bei der Steuer auf der Verlustseite in Anrechnung zu bringen.

Diese erste Überlegung erscheint mir aber ziemlich anstrengend für den Sohn, der ja dann z.B. auch eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen hätte, wo er und seine Frau ja eh schon viel Belastung durch die Pflege haben.
Und in Jahren wo es nicht zu Renovierungen käme, ergäbe sich im besten Fall ein Nullsummenspiel (anteilige Kaltmiete = anteilige Afa+anteilige Zinsen).

Die Renovierungen/Instandhaltungen würden, da der Sohn selbstständiger Handwerker ist, im Allgemeinen von ihm selber erbracht werden, so dass nur Rechnungen für Material anteilmäßig zu berücksichtigen wären, die Kosten für die Renovierungen/Instandhaltungen von daher recht niedrig ausfallen würden.

2. Überlegung:
Das Elternteil beteiligt sich wie oben beschrieben, aber die steuerliche Berücksichtigung entfällt, weil es sich ab jetzt um einen gemeinsamen Haushalt handelt innerhalb dessen es nicht zu steuerpflichtigen Zahlungen kommt? Schon klar, dass dann natürlich auch keine AFA und keine Zinsen für Kreditaufnahme beim Finanzamt eingereicht werden können und auch keine Renovierungskosten.


Viele Grüße
Theobaldika
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