Realsplitting mit der Anlage U

April 2018

Unter Realsplitting versteht man die (begrenzte) Möglichkeit des Sonderausgabenabzugs der Unterhaltsleistung im Rahmen der Einkommensteuer. In der Steuererklärung benötigt der Steuerpflichtige für dieses Realsplitting das Formular Anlage U.


Inhalt der Anlage U

Zahlt ein geschiedener oder dauernd getrennt lebender Ehegatte oder Lebenspartner Unterhaltsleistungen (Ehegattenunterhalt) an seinen Ex-Partner, können diese in der Anlage U steuerlich erfasst werden. Für dieses sogenannte Realsplitting können die Unterhaltsleistungen in der Steuererklärung als Sonderausgaben erfasst werden, wenn der andere Ehegatte dazu die Zustimmung erteilt. Die Gültigkeitsdauer dieser Zustimmung beträgt ein Jahr. Der ehemalige Partner muss also seine Zustimmung jedes Jahr durch eine Unterschrift der Anlage U erklären. Verweigert der ehemalige Partner seine Zustimmung, kann der Unterhalt gegebenenfalls als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.


Ehegatten können bis zu 13.805 Euro jährlich als Sonderausgaben mit der Anlage U absetzen. Dieser Betrag kann noch erhöht werden, wenn der Unterhaltspflichtige für die Kranken- und Pflegeversicherung des Unterhaltsempfängers aufkommt.

Steuerliche Auswirkungen für den Unterhaltsempfänger

Die Unterhaltsleistungen, die für den Unterhaltspflichtigen als Sonderausgaben gelten, muss der Empfänger als sonstige Einkünfte versteuern. Daraus können also steuerliche Nachteile für den Unterhaltsempfänger entstehen, vor allem wenn die Unterhaltszahlungen sehr hoch sind.

Es kann daher auch nur ein Teil der Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben mit der Anlage U abgesetzt werden. Häufig können sich die geschiedenen Ehegatten leichter einigen, wenn nur der Betrag an Unterhaltsleistungen in der Anlage U angegeben wird, durch den das zu versteuernde Einkommen beim Unterhaltsempfänger den Grundfreibetrag nicht überschreitet.

Rückwirkender Widerruf der Anlage U

Hat ein Steuerpflichtiger den Abzug der Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben für ein bestimmtes Jahr beantragt, kann er dies rückwirkend nicht widerrufen oder den Betrag verringern. Allerdings kann der Betrag der als Sonderausgaben berücksichtigten Unterhaltsleistungen nachträglich erweitert werden, wenn der Unterhaltsempfänger zustimmt.

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Erstellt von Janine01. Letztes Update am 19. April 2018 um 20:36 von JuliaCCM.
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