Arbeitsvertrag mit Minderjähriger

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Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter (sie ist 15 Jahre) hat einen schweren Fehler begangen. Sie wollte sich etwas Taschengeld verdienen und hat sich auf eine Annonce beworben, in der es darum geht, zweimal die Woche Prospekte und Werbebriefe zu verteilen.
Uns wurde gesagt, dass die Prospekte zweimal die Woche ausgeteilt werden sollen und das dass alles maximal nur 5 bis 6 Stunden (Wochenstunden) beanspruchen soll. Daraufhin haben meine Tochter und ich den Vertrag unterschrieben.
Wir haben jetzt die ersten Lieferungen erhalten, die wir austeilen sollen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Menge, die wir zu verteilen haben, enorm ist. Arbeit die angeblich, die in 3 bis 4 Stunden erledigt sein soll, haben wir sage und schreibe 3 Tage gebraucht. Meine Tochter und der Rest der Familie sind fix und fertig. Morgen soll sogar die doppelte Menge an Zeitschriften zu verteilen sein.
Jetzt meine Frage: Wir haben uns zu sehr von der Frau bereden lassen, dass wir ganz übersehen haben, dass im Vertrag eine Kündigungsverbotsklausel beinhaltet. Wir können nicht kündigen und der Vertrag läuft ein Jahr. Selbst bei Krankschreibung oder wenn sie Urlaub möchte, hat sie dafür zu sorgen, dass sie eine Vertretung findet. Ist dieser Vertrag mit einer Minderjährigen überhaupt rechtens? Hätte nicht mein Mann, von dem ich getrennt lebe, diesen Vertrag mit unterschreiben müssen? Wir haben das gemeinsame Sorgerecht und er ist natürlich überhaupt nicht damit einverstanden. Wie kommen wir aus diesen Vertag wieder heraus? Ich habe Ihnen im Anhang mal den Arbeitsvertrag mit gesendet. Ich hoffe, Sie können uns helfen. Das Ganze macht meine Tochter psychisch und körperlich fertig.
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Überprüft von Silke Grasreiner am 25. Januar 2019
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Danke
Guten Tag!

Es gibt keinen Grund zur Besorgnis, denn es liegen Nichtigkeits- und Unwirksamkeitsgründe vor:
Es geht hier um ein nachteiliges Rechtsgeschäft ohne Einwilligung oder Genehmigung des gesetzlichen Vertreters. Daher wäre die schriftliche Einwilligung des Vaters erforderlich. Sonst kann von einem wirksamen Arbeitsvertrag nicht die Rede sein. In diesem Sinne kann der Vater das Widerrufsrecht in Anspruch nehmen und den abgeschlossenen Arbeitsvertrag anfechten lassen (vgl. § 109 BGB).
Jetzt kommt die Hauptfrage: Was ist zu tun? Du hast als ihre gesetzliche Vertreterin einer minderjährigen Person das Recht, die Ermächtigung zurücknehmen (§ 113 BGB) und das Arbeitsverhältnis beenden. Reiche einfach ein Kündigungsschreiben ein, erkläre dem Arbeitgeber, dass dir entgangen ist, dass der mit der Tochter abgeschlossene Arbeitsvertrag wegen fehlender Einwilligung des Vaters nichtig ist.

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Antwort von Donia Tabboubi kommentieren
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Danke
Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Gruß
R.Thon
Antwort von andyht kommentieren