Lebensversicherung: Definition und Arten

Dezember 2016
Zu einer ausgewogenen Vermögensanlage gehört auch die Investition in Lebensversicherungsverträge. Zwar haben die sinkenden Kapitalmarktzinsen auch die Rentabilität von Lebensversicherungsverträgen zum Teil erheblich nach unten gedrückt, dennoch bleibt die Anlage von Geld in Lebensversicherungsverträge eine wichtige Investition zur Altersvorsorge und zur Absicherung von Angehörigen.



Die Anlage in Lebensversicherungsverträge wird zudem in bestimmten Vertragsformen steuerlich begünstigt.

Lebensversicherungsverträge unterliegen zudem einem besonderen rechtlichen Regime im Rahmen der Vererbung.

Die Lebensversicherung unterfällt der Kategorie der Personenversicherung, in der eine Kapitalzahlung oder eine Rentenzahlung zu erbringen ist.

Die private Lebensversicherung gilt als dritte Säule in der Altersvorsorge und ergänzt die gesetzliche (erste Säule der Altersvorsorge) und die betriebliche Rentenversicherung (zweite Säule der Altersvorsorge).

Die am Markt erhältlichen Lebensversicherungsprodukte, auch Tarife genannt, sind vielfältig. Sie sollen die verschiedenen Bedürfnisse der Absicherung des menschlichen Lebens abdecken. Häufig werden die Haupttarife der Versicherungsgesellschaften mit sogenannten Zusatzversicherungen ergänzt.

Zusatzversicherungen sind beispielsweise die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, auch BUZ genannt, die Unfalltod-Zusatzversicherung (UZV) oder die Pflegerentenzusatzversicherung (PRZ).

Bei der Lebensversicherung unterscheidet man nach den reinen Todesfallabsicherungen, der Erlebensfallversicherung und der Versicherung auf den Todes- und Erlebensfall (sogenannte gemischte Versicherung).

Was ist die Lebensversicherung?

Der Versicherungsnehmer will mit dem Abschluss einer Lebensversicherung die Absicherung seiner Hinterbliebenen und/ oder seine eigene Altersvorsorge oder die Altersversorgung für die versicherte Person sicherstellen.

Er hat hierzu als Hauptpflicht aus dem Lebensversicherungsvertrag die vereinbarte Versicherungsprämie zu leisten. Die Versicherungsgesellschaft wiederum verpflichtet sich mit dem Vertragsabschluss, nach dem Eintritt des vertraglich festgelegten Versicherungsfalls den vereinbarten Versicherungsbetrag in Form einer Kapitalleistung oder eine Rentenzahlung oder einer sonst zu bewirkenden vereinbarten Leistung zu erbringen.

Nach dem Abschluss eines Lebensversicherungsvertrages haben Sie als Versicherungsnehmer eine 30-tägige Widerrufsfrist, innerhalb deren Sie von dem Versicherungsvertrag zurücktreten können. Eine eventuell bereits gezahlte Versicherungsprämie ist Ihnen vom Versicherungsunternehmen nach erfolgtem Widerruf zurückzuerstatten.

Die Versicherungsprämie müssen Sie der Versicherungsgesellschaft auf eigene Gefahr und Kosten übermitteln.
  • Bitte beachten Sie, dass Versicherungsleistungen des Versicherers auf die Gefahr des Empfangsberechtigten übermittelt werden, wenn eine Überweisung in Länder des europäischen Wirtschaftsraums erfolgen soll.

Lebensversicherungsarten

Todesfallversicherung

Bei der reinen Todesfallversicherung wird die Versicherungsleistung nur im Falle des Todes der versicherten Person fällig.

Risikoversicherung

  • Eine Risikolebensversicherung liegt vor, wenn eine Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft nur dann besteht, wenn der Todesfall während einer bestimmten begrenzten Vertragslaufzeit eintritt. Hier ist der Eintritt des Versicherungsfalls ungewiss, denn es ist nicht klar, ob der Todesfall der versicherten Person während der im Vertrag genannten begrenzten Vertragslaufzeit erfolgt oder nicht.

Kreditlebensversicherung

Die Kreditlebensversicherung ist insbesondere für Immobilienkäufer ein wichtiger Versicherungsschutz. Sie dient dazu, im Falle des Versterbens des Darlehensnehmers die Restsumme des Darlehens zu tilgen. Damit schützt diese Versicherung einerseits den Darlehensgeber, aber andererseits insbesondere die Erben des Darlehensnehmers.

Als Familienoberhaupt und Immobilienerwerber sollten Sie auf den Abschluss einer derartigen Versicherung ein besonderes Augenmerk richten, da dieser Versicherungsschutz Ihren Hinterbliebenen die Sicherheit gibt, die ausstehenden Darlehensraten nicht aus eigenen Mitteln bestreiten zu müssen und insofern weiterhin die Immobilie bewohnen zu können.

Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung gibt einen lebenslangen Todesfallschutz. Sie wird in der Regel mit dem Ziel abgeschlossen, die im Todesfall anfallenden Kosten, beispielsweise die der Beerdigung, zu decken.

Erblebensfallversicherung

Die Erblebensfallversicherung führt nur zu einer Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft, wenn die versicherte Person zu einem bestimmten Zeitpunkt am Leben ist. Erlebt die versicherte Person diesen Zeitpunkt aufgrund vorherigen Versterbens nicht, wird keine Leistung des Versicherers fällig.

Der Abschluss einer reinen Erlebensfallversicherung sollte von Ihnen als Versicherungsnehmer und versicherte Person kritisch betrachtet werden. Er stellt für Sie eine unangemessene "Wette" auf Ihren Erlebensfall dar, da Sie nur im Falle des Erlebens eine Leistung erhalten. Versterben Sie vor diesem Zeitpunkt, verbleiben die eingezahlten Prämien bei der Versicherungsgesellschaft. Ihre Hinterbliebenen erhalten keine Leistung. Die Erlebensfallversicherung sollte daher immer mit einer Todesfallversicherung gekoppelt werden.

Todes- und Erlebensfallversicherung

Die Todes- und Erlebensfallversicherung wird auch gemischte Versicherung genannt. Sie ist die Kombination einer Risikotodesfallversicherung und einer Erlebensfallversicherung. Fällig wird die Versicherungsleistung mit dem Ableben der versicherten Person oder bei Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer.

Mit dieser Versicherungsform erhalten Sie als Versicherungsnehmer und versicherte Person einerseits eine Altersvorsorge und andererseits eine Hinterbliebenenversorgung.

Rentenversicherung

Bei der Rentenversicherung besteht die Versicherungsleistung im Erlebensfall der versicherten Person in Form einer Rentenzahlung. Hierbei kann es sich um eine lebenslange Rente handeln.

Im Todesfall hängt die Leistung von der Produktgestaltung der Versicherungsgesellschaft ab. Häufig wird eine Prämienrückgewähr angeboten, das heißt, dass im Falle des Todes der versicherten Person die vor Rentenbeginn gezahlten Versicherungsprämien ausgezahlt werden. Dies erfolgt in der Regel in Form einer einmaligen Kapitalleistung.

Im Todesfalle der versicherten Person nach Beginn der Rentenzahlung wird bei der reinen Rentenversicherung die Leistungspflicht des Versicherers beendet. Allerdings bieten Versicherungsgesellschaften auch Versicherungstarife an, in denen eine bestimmte Garantiezeit, innerhalb deren die Rentenzahlungen garantiert werden, angeboten wird. Mit diesem Tarif wird für eine bestimmte Dauer die Hinterbliebenenversorgung ergänzt oder betrieben.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung ist der angebotene Lebensversicherungsschutz an die unmittelbare Beteiligung des Versicherungsnehmers an der Wertentwicklung eines Fondsvermögens gekoppelt.

Daraus ergibt sich als Versicherungsleistung eine Leistung in unbestimmter Höhe, denn die Leistung ist abhängig von der Wertentwicklung des entsprechenden Fonds, in den die Versicherungsbeiträge investiert werden.

Verspricht der Fonds eine relativ hohe Rendite, ist in der Regel das Investitionsrisiko ebenfalls höher. Die Wertentwicklung des Fonds kann dementsprechend stark schwanken.

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung trägt der Versicherungsnehmer das mit der Fondsanlage verbundenem Risiko.

Die fondsgebundene Lebensversicherung unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Geldanlage in Fonds dadurch, dass die Versicherungsgesellschaft im Todesfall eine Mindestleistung garantiert.

Was ist beim Prämienzuschlag generell zu beachten?

Die Beitragszahlung des Versicherungsnehmers in einen Lebensversicherungsvertrag kann durch eine einmalige Prämie oder durch fortlaufende Prämien erfolgen. Die Höhe ist natürlich abhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Versicherungsnehmers und seinen Erwartungen an die Versicherungsleistung.

Im Falle fortlaufender Prämienzahlungen sollte der Versicherungsnehmer erwägen, einen Vertrag mit einer so genannten Dynamik auszuwählen.

Diese Dynamik setzt den zwischen dem Versicherungsnehmer und der Versicherungsgesellschaft vereinbarten Prozentsatz fest, in dessen Höhe die Versicherungsprämie jährlich erhöht wird.

Mit der Erhöhung der Versicherungsprämien erhöht sich auch die Versicherungsleistung, die so genannte Ablaufleistung des Vertrages. Mit der Dynamik kann der Versicherungsnehmer inflationären Entwicklungen begegnen und sicherstellen, dass auch nach einer langen Laufzeit die Ablaufleistung in einer Höhe erfolgt, die seinen zum Zeitpunkt der Vertragsbeendigung zu erwartenden Bedürfnissen entspricht.

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