Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: Steuerliche Behandlung

Dezember 2016


Was versteht man unter Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft?

  • Diese Einkünfte sind in §13 EStG (Einkommensteuergesetz) definiert.Zu diesen Einkünften gehören:
  • Einkünfte aus dem Betrieb von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau, Gartenbau und aus allen Betrieben, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen,
  • Einkünfte aus Jagd,
  • Einkünfte aus Tierzucht und Tierhaltung, aber es darf nicht ein festgelegter Viehbestand je landwirtschaftlicher Flächeneinheit überschritten werden,
  • Einkünfte aus Binnenfischerei, , Fischzucht, Molkerei und Wanderschäkerei,
  • Einkünfte aus Forst- und landwirtschaftlichen Nebenbetrieben,
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft werden nur berücksichtigt, wenn sie 670 € beziehungsweise 1.340 € bei Ehegatten übersteigen. In diesem Fall wird ein Freibetrag für Land- und Forstwirtschaft i.H.v. 670 € beziehungsweise 1.340 € bei Ehegatten von der Summe der Einkünfte abgezogen. Der Freibetrag findet allerdings keine Anwendung, wenn die Summe der Einkünfte bei Ledigen größer ist als 30.700 € beziehungsweise bei Ehegatten größer als 61.400 €.
  • Zu den Einkünften gehören auch Einkünfte aus einem Land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb. Die Einkünfte aus dem Nebenbetrieb müssen dem Hauptbetrieb dienen.


Praxisnahes Beispiel
  • Die Verarbeitung von Produkten, die aus der Landwirtschaft kommen, zum Beispiel der Verkauf von hausgemachter Marmelade, zählt nicht zu dem Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, da dieser Verkauf der Landwirtschaft nicht dient.

Sondernutzung bei Land- und Forstwirtschaft

  • Als Sondernutzung gelten die in § 34 Absatz 2 Nr. 1 Buchstaben b bis e des Bewertungsgesetzes genannten Nutzungen, die in § 34 Absatz 2 Nr. 2 des Bewertungsgesetzes genannten Wirtschaftsgüter, die Nebenbetriebe (§ 34 Absatz 2 Nr. 3 Bewertungsgesetz) und die Sonderkulturen (§ 52 Bewertungsgesetz).
  • Es handelt sich insbesondere um folgende Nutzungen:


- die forstwirtschaftliche Nutzung,

- die wein-bauliche Nutzung,

- die gärtnerische Nutzung,

- die sonstige Land-und forstwirtschaftliche Nutzung

- Abbauland,

- Umland,

- Nebenbetriebe

-Sonderkulturen sind: Hopfen, Spargel und andere Sonderkulturen

Wann muss man eine Buchführung haben?

  • §140 der Abgabeordnung sieht folgendes vor: "Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen." (sogenannte derivative/abgeleitete Buchführungspflicht)
  • Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die für den einzelnen Betrieb Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes,
  • von mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr oder selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert von mehr als 25.000 Euro oder
  • einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die vor dem 1. Januar 2008 beginnen: 30.000 Euro) im Wirtschaftsjahr oder
  • einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 50.000 Euro (für Wirtschaftsjahre, die vor dem 1. Januar 2008 beginnen: 30.000 Euro)

im Kalenderjahr realisiert haben, sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine Buchführungspflicht nicht aus anderen Gesetzen ergibt (sogenannte originäre Buchführungspflicht wie zum Beispiel ein Kaufmann nach dem Handelsgesetzbuch)

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