Börsengeschäfte - Grundregeln und Tipps

Dezember 2016


Um eine akzeptable Rendite zu erzielen, benötigt man bei der Kapitalanlage eine gewisse Risikobereitschaft. Die Anlage in Aktien verspricht generell höhere Renditen, erfordert allerdings vom Anleger auch die Bereitschaft, ein höheres Anlagerisiko einzugehen.


Für das finanzielle Engagement an der Börse bedarf es der Beachtung einiger Grundregeln.

Die Börse: Was ist das?


Zwar hat die Börse in die tägliche Nachrichtenberichterstattung regen Eingang gefunden. Dennoch wissen viele nicht, was am Ort der Börse eigentlich passiert.

Die Börse ist zunächst einmal nichts anderes als ein Markt, an dem gekauft und verkauft wird. Es werden dort aber nicht etwa so alltägliche Dinge verkauft wie beispielsweise Lebensmittel oder Kleidung, sondern Wertpapiere. Die Börse ist also ein Markt für Wertpapiere.

Allerdings unterliegt dieser Markt strengeren Regeln, als sie für die meisten anderen Märkte, auf denen Waren gekauft und verkauft werden, gelten.

Die Waren, die an der Börse gehandelt werden, also die Wertpapiere, müssen an der Börse zum Handel speziell zugelassen werden. Auch die Personen, die an der Börse mit diesen Wertpapieren handeln, die sogenannten Börsenhändler,müssen zum Handel an der Börse eine Erlaubnis haben.

Der Börsenhandel unterliegt festgelegten Bestimmungen und untersteht der Börsenaufsicht.

Die Anzahl von Börsenplätzen, also den Orten, an denen mit Wertpapieren gehandelt werden darf, ist beschränkt.

Der Handel konzentriert sich an den so genannten Börsentagen, also montags bis freitags, außer an Feiertagen, auf wenige Stunden. An einem Börsentag öffnet beziehungsweise schließt der Börsenhandel zu festgelegten Zeiten.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass außerhalb der Börsenöffnungszeiten Wertpapiere nicht gehandelt werden. Der Handel mit Wertpapieren, der vor Beginn und nach Schluss des Börsenhandels erfolgt, wird als vorbörslich oder entsprechend als nachbörslich bezeichnet.

Allerdings findet der für die Kursbildung eines Wertpapiers und damit für die Ausführung von Kauf- beziehungsweise Verkaufsaufträgen maßgebliche Handel während der offiziellen Börsenstunden statt.

Innerhalb dieser offiziellen Börsenstunden werden das Angebot von Wertpapieren und die Nachfrage nach Wertpapieren bedient.

So genannte Kursmakler, freiberufliche Kaufleute, wirken bei der Feststellung der Wertpapierkurse mit. Dies geschieht dadurch, dass sie beispielsweise vorliegende Verkaufsangebote von Wertpapieren zu einem limitierten oder zu einem festgesetzten Kurs ausrufen, der dann von einem zugelassenen Börsenhändler, hierbei handelt es sich meistens um Bankenvertreter, angenommen wird.

Aus der Summe sämtlicher Kauf- und Verkaufswünsche für ein Wertpapier errechnen die Kursmakler den so genannten Einheitskurs. Dies ist der Kurs, bei dem der größte Umsatz für das betreffende Papier zu Stande gekommen ist.

Dieser Einheitskurs wird während der Börsenöffnungszeit nur einmal festgesetzt. Er wird auch als Kassakurs bezeichnet. Zu diesem Einheitskurs werden dann alle Geschäfte, Käufe und Verkäufe, abgewickelt.

Neben dem Einheitskurs gibt es die so genannte variable Notierung. Dies bedeutet, dass der Kurs eines Wertpapiers während der Börsenstunden fortwährend neu ermittelt wird.

Damit ein Wertpapier einer variablen Notierung unterfällt, muss es zur variablen Notierung zugelassen sein. Umsätze zu variablen Kursen setzen allerdings voraus, dass die Aufträge die vorgeschriebene Mindeststückzahl, in der Regel 50 Aktien eines Unternehmens, erreichen.

Welche Regeln sind im Börsengeschäft zu beachten?


Der Kapitalanleger, der an der Börse handeln will, sollte allerdings bei seinen finanziellen Aktivitäten einige Grundregeln beachten.

Die Börsenkurse schwanken. Daraus ergibt sich das Risiko, dass der Wert eines Wertpapiers, dass der Anleger beispielsweise zu 100 gekauft hat, in der Folgezeit auf 90 sinkt. Damit hat sich das Vermögen des Anlegers um 10% reduziert. Dies kann auch schlagartig binnen eines Tages oder weniger Stunden passieren. Verkauft der Anleger nunmehr sein Wertpapier, erhält er lediglich 90 zurück. Daher sollte ein Anleger immer nur dasjenige Geld in Wertpapiere investieren, dass er nicht kurz- oder mittelfristig benötigt.

Man sollte sein finanzielles Investment nicht auf ein oder zwei Wertpapiere konzentrieren. Die Börsenstreuung, die so genannte Diversifizierung, ist eine wichtige Regel bei der Anlage in Wertpapiere. Man sollte seine Geldanlage auf verschiedene Wertpapiere, unterschiedliche Wirtschaftsbranchen, gegebenenfalls auf unterschiedliche Länder und Währungen, verteilen.

Langfristig betrachtet ist unter Beachtung dieser wichtigen Regel die Anlage in Börsenpapiere eine relativ sichere und im Vergleich zu anderen Anlageformen rentable Form der Geldanlage.

Andererseits sollten Sie bei der Börsenstreuung beachten, keine so genannte Zerstreuung vorzunehmen, das heißt lediglich kleinere Beträge in eine Vielzahl von Aktienpapieren zu investieren. Sie müssen beachten, dass jede Börsentransaktion, also Ankauf oder Verkauf von Aktien, mit Kosten verbunden ist.

Sollte also die Summe Ihres Börsenengagements gering sein, empfiehlt sich zur Erreichung einer gewissen Streuung das Investment in Fondsanlagen. In diesen Fonds werden beispielsweise Aktien vieler Unternehmen aus verschiedenen oder bestimmten Branchen des Inlands oder des In- und Auslands verwaltet.

Der richtige Moment des Kaufs von Aktien oder von Anteilen an einem Fonds ist besonders entscheidend. Dazu ist eine sorgfältige Marktbeobachtung erforderlich. Es gibt jedoch keine Definition des richtigen Moments. Allerdings ist die Strategie des antizyklischen Handelns durchaus erfolgversprechend. Dies bedeutet, dass bei fallenden Börsenkursen gekauft wird.

Damit wird ermöglicht, ein Aktienpapier gegebenenfalls zu einem günstigen Kurs zu erwerben. Steigen die Börsenkurse, können Gewinne dadurch realisiert werden, dass man billiger gekaufte Wertpapiere zu einem höheren Preis verkauft.

Reagieren Sie nicht panisch auf Kursturbulenzen. Kursschwankungen gehören zur Börse dazu. Es ergeben sich damit regelmäßig Wellenbewegungen der Aktienkurse. Bei sinkenden Aktienkursen ergeben sich für den Anleger effektiv nur dann Verluste, wenn er die Aktien auch verkauft. Ansonsten entsteht lediglich ein Buchverlust, der sich zunächst nicht realisiert, denn der Kurs kann ja später wieder ansteigen und der Buchverlust ausgeglichen werden.

Auch in diesem Zusammenhang gilt das Prinzip, dass die Geldanlage in Aktien ein langfristiges Investment darstellt und nicht durch kurz- oder mittelfristig benötigtes Kapital bewerkstelligt wird.

Andererseits entsteht ein Gewinn natürlich auch nur dann, wenn Aktienpapiere wieder verkauft werden. Ohne den Verkauf der Wertpapiere kann man auch nichts gewinnen. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, sich Kursziele zu setzen und die Aktienpapiere zu verkaufen, sobald das gesetzte Kursziel erreicht ist.

Rein spekulatives Handeln, also das kurzfristige An- und Verkaufen von Aktienpapieren, ist für eine langfristige Geldanlage generell nicht geeignet.

Achten Sie darauf, immer ein gewisses Maß an Liquidität zu behalten. Dies erlaubt es Ihnen, einerseits für unvorhergesehene Ausgaben des Lebens gerüstet zu sein und andererseits auf eine gegebenenfalls günstige weitere Investmentmöglichkeit reagieren zu können.

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