Lebensversicherung - Kosten und Leistungen

Dezember 2016
  • Bei dem Lebensversicherungsvertrag ist es wie mit jedem anderen Produkt, das man auf einem Markt kaufen kann: Es ist in seiner inhaltlichen Ausgestaltung sehr unterschiedlich. Es gibt nicht den einheitlichen Lebensversicherungsvertrag, denn den Gestaltungsmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt.


  • Damit ergeben sich auch für den Versicherungsnehmer im Leistungsfall unterschiedliche Versicherungsleistungen. Die verschiedenen Verträge beinhalten zudem unterschiedliche Kosten.
  • Aufgrund der unterschiedlichen Ausgestaltung der Lebensversicherungsprodukte, die auf dem Markt erhältlich sind, ist die Vergleichbarkeit der einzelnen Produkte untereinander sehr wichtig, aber auch sehr schwierig. Es gibt dennoch einige Kriterien, an denen Sie sich als Versicherungsnehmer orientieren können.

Versicherungsleistung

  • Die Leistung im Versicherungsfall ist sicherlich eines der maßgebenden Kriterien für den Abschluss eines bestimmten Lebensversicherungsvertrages.
  • Durch den Abschluss des Lebensversicherungsvertrages verpflichtet sich der Versicherer dazu, an den Versicherungsnehmer oder an den Begünstigten im Versicherungsfall die vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung zu erbringen. Die Höhe der Versicherungsleistung hängt im Grunde davon ab, welche Kapitalanlage dem Vertragsverhältnis zu Grunde liegt.

Klassische Versicherung


Die klassische Versicherung wird insbesondere durch die nachfolgenden Kriterien charakterisiert:


  • Jährliche Garantieverzinsung, derzeit 1,75%,
  • Konservative, vom Versicherer verwaltete Kapitalanlage, geringe Aktienquote,
  • in der Regel Vorliegen einer Überschußbeteiligung,
  • in der Regel Vorliegen einer Schlussüberschussbeteiligung.

Fondsgebundene Versicherungen


Die fondsgebundene Versicherung hat insbesondere folgende Merkmale:


  • Investment der Kapitalanlage in Fonds,
  • Auswahl der Fonds durch den Kapitalanleger,
  • in der Regel keine garantierten Leistungen,
  • in der Regel keine Überschußbeteiligung,
  • in der Regel keine Schlussüberschussbeteiligung,
  • keine garantierten Rückkaufswerte,
  • Versicherungsleistung abhängig von der Wertentwicklung der Fondsanlage,
  • erhöhte Renditeerwartung.

Ausländische Versicherungen


Ausländische Versicherer bieten auf dem deutschen Versicherungsmarkt ebenfalls eine breit gefächerte Palette von Lebensversicherungsverträgen an. Nachfolgend werden einige wesentliche Merkmale dieser Vertragstypen aufgezählt:


  • hohe Renditeorientierung,
  • lange Vertragslaufzeiten,
  • in der Regel niedrige Überschußbeteiligung,
  • häufig Zahlung eines Schlussbonus,
  • Ausgleich beziehungsweise Abmilderung von Gewinnschwankungen, die von Aktienkursschwankungen herrühren, so genannte Glättung ("Smoothing"),
  • keine garantierten Rückkaufswerte,
  • aktienorientierte, vom Versicherer verwaltete Kapitalanlage, hohe Aktienquote.

Überschussbeteiligung


Mit den jeweiligen Prämienzahlungen der Versicherungsnehmer werden bei der entsprechenden Versicherungsgesellschaft Vermögenswerte geschaffen. An diesen Vermögenswerten soll der Versicherungsnehmer angemessen beteiligt werden. Man spricht hierbei von der so genannten Überschussbeteiligung.

In dem Lebensversicherungsvertrag kann die Überschussbeteiligung ausgeschlossen werden.

Kosten


Aus dem vom Versicherer erhobenen Kosten werden die Aufwendungen der Lebensversicherung gedeckt.

Bei einem Lebensversicherungsvertrag fallen verschiedene Kostenarten an.

Abschluss- und Vertriebskosten


Diese Kostenart wird unter anderem für die Bezahlung des Vertriebs erhoben. In der Regel vertreiben Versicherungsgesellschaften ihre Versicherungsverträge über einen Außendienst. Dies können bei der Versicherungsgesellschaft angestellte Mitarbeiter seinen. In der Regel bedient sich der Versicherer allerdings einer selbstständigen und eventuell auch unabhängigen Vertriebsstruktur.

Zu den selbstständigen Vertretern zählen insbesondere die Versicherungsvertreter, die für ein oder mehrere Versicherungsgesellschaften deren Versicherungsprodukte vermitteln.

Zu den unabhängigen Vertriebsstrukturen zählen insbesondere die Maklerbetriebe, die für ihre Kunden die passenden Versicherungsprodukte bei einer Vielzahl von Versicherungsgesellschaften herausfiltern.

Die Vertriebsstrukturen erhalten für die Vermittlung von Versicherungsverträgen eine Provision. Diese Abschlusskosten werden auf den Lebensversicherungsvertrag des einzelnen Versicherungsnehmers gelegt, so dass faktisch der Versicherungsnehmer mit seinem Prämienzahlungen mittelbar die Versicherungsvermittler bezahlt. Diese Kosten sind also in dem zu zahlenden Versicherungsbeitrag einkalkuliert.

Zu den Abschlusskosten zählen unter anderem noch die Aufwendungen für die Antragsbearbeitung innerhalb der Versicherungsgesellschaft. Sie fallen insbesondere dafür an, dass der Versicherer mit seinem Personal zunächst prüft, ob er das ihm angebotene Risiko übernehmen will, also ob er die versicherte Person gegen die gewünschten Risiken versichern will, das heisst "aufnehmen" will. Hinzu müssen dann noch für den Vertragsabschluss Daten erfasst, bearbeitet und gespeichert werden.

Laufende Verwaltungskosten


Durch die Prämienzahlung werden zudem die laufenden Verwaltungskosten, die beim Versicherer anfallen, gedeckt. In der Regel werden diese entweder prozentual vom jeweiligen Versicherungsbeitrag erhoben oder sie stellen eine feste jährliche Kostenposition unabhängig von der einzelnen Beitragshöhe dar.

Für eine unter-jährige Zahlungsweise werden häufig Aufschläge erhoben. Dies bedeutet, dass die Zahlung der Versicherungsprämie nicht am Anfang des Jahres durch einen einmaligen Prämienbeitrag erfolgt, sondern über das Jahr in halbjährlichen, vierteljährlichen oder monatlichen Raten erbracht wird. Man spricht von einer ratierlichen Zahlungsweise.

Für diese Verteilung erhebt die Versicherungsgesellschaft in der Regel Aufschläge.

Im Grunde genommen sind dies Finanzierungskosten, denn mit einer ratierlichen Zahlung der Versicherungsprämie gewährte der Versicherer dem Versicherungsnehmer einen Zahlungsaufschub, den er sich durch die Erhebung der Aufschläge bezahlen lässt.

Kosten für die Kapitalanlagenverwaltung


Für die Verwaltung der Kapitalanlage in den Lebensversicherungsvertrag werden in der Regel jährliche Kosten erhoben. Diese werden entweder von den durch die Kapitalanlage erwirtschafteten Erträgen erbracht oder direkt auf die einzelnen Versicherungsbeiträge umgelegt.

Sofern bei Fondsanlagen ein Wechsel des Investments vorgenommen werden soll, werden hierfür in der Regel ebenfalls Gebühren erhoben.

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