Einkommensteuer - Zu versteuernde Einkommen

Mai 2015
  • Die letztlich zu zahlende Einkommensteuer ergibt sich aus einer Anwendung des jeweiligen Steuersatzes auf das zu versteuernde Einkommen.
  • Das zu versteuernde Einkommen ist aber nicht mit all dem Geld gleichzusetzen , das man während des Kalenderjahres eingenommen hat. Denn um das zu versteuernde Einkommen zu erhalten, muss man von den Einnahmen, die man realisiert hat, Aufwendungen und Kosten abziehen.

Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

  • Nach Artikel 19 der Abgabenordnung wird das zu versteuernden Einkommen durch das Finanzamt festgesetzt.
  • Das zuständige Finanzamt ist dasjenige, in dessen Gebiet der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz hat.
  • Das Finanzamt berechnet zunächst die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer. Daraus ergibt sich dann konkret die der Steuerschuld.
  • Grundsätzlich gilt: Je mehr vom Einkommen abgezogen werden kann, also "steuermindernd geltend gemacht" werden kann, um so weniger Steuern sind letztlich zu zahlen.
  • Die Berechnungsformel soll nachfolgend im Zusammenhang dargestellt werden. Es handelt sich um eine lange Reihe an durchzuführenden Zusammenrechnungen und Abzügen, an deren Ende sich das zu versteuernde Einkommen ergibt.Und erst auf dieses zu versteuernde Einkommen wird dann der jeweilige Steuersatz angewendet. Die Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfolgt in 4 nacheinander durchzuführenden Schritten:

I. Summe der Einkünfte



= Summe der Einkünfte (bei Zusammenveranlagung: Summe der Einkünfte beider Ehegatten)

II. Gesamtbetrag der Einkünfte


III. Das Einkommen

  • Hier werden vom oben ermittelten Gesamtbetrag der Einkünfte ("GdE") in erster Linie die Verluste und die persönlichen Ausgaben abgezogen.
  • Die Verluste sind diejenigen, die in den vorherigen Jahren oder die noch nicht bei der Ermittlung der Einkünfte abgezogen wurden.
  • Die Verluste sind diejenigen der vorherigen Jahre oder solche, die bei der Ermittlung der Einkünfte noch nicht abgezogen wurden. Die Verluste sind, unter Berücksichtigung der Abzugsbegrenzungen des Artikel 10d EStG, d.h. 511.500 € für Alleinstehende und 1.023.000 € bei Ehegatten, die zusammenveranlagt werden, vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustrücktrag).
  • Als persönliche Ausgaben gelten insbesondere die Sonderausgaben für außergewöhnliche Belastungen.
  • Somit wird also wie folgt weiter gerechnet:


Gesamtbetrag der Einkünfte (GdE, bei Zusammenveranlagung: Summe beider Ehegatten)

IV. Zu versteuernde Einkommen

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