Anfechtung des Testaments

Dezember 2016



Voraussetzungen für die Anfechtung eines Testaments

Wegen Irrtums oder Drohung (§ 2078 )


Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.
  • Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.

Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten (§ 2079)


Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, wenn der Erblasser einen zur Zeit des Erbfalls vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, dessen Vorhandensein ihm bei der Errichtung der Verfügung nicht bekannt war oder der erst nach der Errichtung geboren oder pflichtteilsberechtigt geworden ist. Die Anfechtung ist ausgeschlossen, soweit anzunehmen ist, dass der Erblasser auch bei Kenntnis der Sachlage die Verfügung getroffen haben würde.

Die Anfechtungsberechtigen


Die Anfechtungsberechtigen sind gem.§ 2080:
(1) Zur Anfechtung ist derjenige berechtigt, welchem die Aufhebung der letztwilligen Verfügung unmittelbar zustatten kommen würde.
(2) Bezieht sich in den Fällen des § 2078 der Irrtum nur auf eine bestimmte Person und ist diese anfechtungsberechtigt oder würde sie anfechtungsberechtigt sein, wenn sie zur Zeit des Erbfalls gelebt hätte, so ist ein anderer zur Anfechtung nicht berechtigt.
(3) Im Falle des § 2079 (steht das Anfechtungsrecht nur dem Pflichtteilsberechtigten zu.

Die zuständigen Behörden


Im Anfechtungsfall soll man sich ans Nachlassgericht wenden.

Frist der Testamentsanfechtung


Die Anfechtungsfrist beträgt ein Jahr, welches mit der Kenntnisnahme des Testaments beginnt. Sie endet 30 Jahre nach dem Erbfall.

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