Was sind die Vorteile fondsgebundener Lebensversicherungen?

Dezember 2016

Die Geldanlage in fondsgebundene Lebensversicherungsverträge hat den Vorteil, dass das ausgewählte Investment innerhalb des Vertrages gewechselt werden kann.


Die Versicherungsprämien werden in Investmentfonds investiert. Dabei stehen dem Versicherungsnehmer, je nach ausgewähltem Produkt, ein oder mehrere Fonds von einer oder mehreren Fondsgesellschaften zur Auswahl.

Der Versicherungsnehmer kann somit versuchen, seine Geldanlage in den Lebensversicherungsvertrag gemäß seiner Risikoneigung vorzunehmen. Er kann dabei die Entwicklung der Vermögensanlage verfolgen und gegebenenfalls das Investment ändern.

Im Rahmen der fondsgebundenen Lebensversicherung kann damit der Geldanleger zu 100% in Aktien investieren.

Die Versicherungsgesellschaften bieten eine Vielzahl von Anlagestrategien. Häufig wird die Verwaltung der Kapitalanlage an spezialisierte Vermögensverwalter übertragen.

Mit der fondsgebundenen Lebensversicherung erlangt der Versicherungsnehmer den von ihm ausgewählten Versicherungsschutz und wird unmittelbar an der Wertentwicklung des so genannten Anlagestocks beteiligt.

Der Anlagestock umfasst das eingezahlte Vermögen des Anlegers in das entsprechende Investment. Investiert der Versicherungsnehmer seine Versicherungsprämien in bestimmte Aktienpapiere und steigt der Wert dieser Aktien, dann steigt auch der Wert des gesamten Anlagestocks.

Der Versicherungsnehmer hat zudem die Möglichkeit, seine Versicherungsprämie innerhalb eines Lebensversicherungsvertrages auf mehrere Fonds zu verteilen, man spricht hier vom Prämiensplitting. In der Regel ist zudem eine Änderung dieses Prämiensplittings möglich.

Die Übertragung des Fondsguthabens auf andere Fonds ist ebenfalls möglich.


Die fondsgebundene Lebensversicherung hatte in den letzten Jahren einen großen Zulauf, da sie gegenüber der klassischen Lebensversicherung, die sich im Hinblick auf die Rentabilität durch eine geringe Garantieverzinsung auszeichnet, generell eine höhere Rentabilität verspricht.

Allerdings hat die Finanzkrise das Vertrauen in fondsgebundene Lebensversicherungsverträge erschüttert. Die Entwicklung an den Finanzmärkten der letzten Monate hat dazu geführt, dass sich das Anlagevermögen bei fondsgebundenen Lebensversicherungen erheblich reduziert hat.

Die Versicherungsgesellschaften bieten jedoch auch bei der fondsgebundenen Lebensversicherung in der Regel eine garantierte Mindestleistung.

Diese garantierte Mindestleistung gilt je nach ausgewähltem Tarif sowohl als Ablaufleistung bei Beendigung der Vertragslaufzeit oder für den Fall des vorzeitigen Todes. Diese Mindestleistung besteht in der Regel aus der Summe der eingezahlten Versicherungsbeiträge.

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung gibt es mittlerweile auch Tarife, die eine so genannte Höchststandsgarantie anbieten. Dies bedeutet, dass der Wert des Anlagevermögens zu bestimmten Zeitpunkten festgestellt wird. Es wird dabei ein Anteilswert fixiert. Dieser Wert kann dann bei der zukünftigen Entwicklung des Vermögens nicht mehr unterschritten werden, selbst für den Fall, dass der Wert der Wertpapiere, in die das Anlagevermögen investiert wird, sinkt.


Beispiel

Der Versicherungsnehmer hat insgesamt 10.000 € an Versicherungsbeiträgen in einen Lebensversicherungsvertrag eingezahlt, dessen Vermögen zu 100 % in Aktien investiert wird. Der Kurswert der Aktie betrug 100 €, so dass sich das Anlagevermögen aus 100 Aktien zusammensetzt.

Zum Bewertungszeitpunkt, auf den sich die Höchststandsgarantie nach dem Versicherungsvertrag bezieht, ist der Aktienwert auf 110 € gestiegen. Das Anlagevermögen umfasst damit 11.000 €. Im Rahmen der Vertragslaufzeit sinkt der Aktienwert und erreicht zum nächsten Bewertungszeitpunkt 80 € pro Aktie. Damit beträgt der Wert des Anlagevermögens nur noch 8.000 €.



Käme es in diesem Beispiel zur Beendigung des Versicherungsvertrages und bestünde die Ablaufleistung im Wert des angesammelten Fondsvermögens, hätte der Versicherungsnehmer einen finanziellen Verlust erlitten. Da ihm aber der Wert von 110 € im Rahmen der vom Versicherer übernommenen Höchststandsgarantie sicher ist, erhält der Versicherungsnehmer eine Auszahlung in Höhe von 11.000 €.

Zu beachten ist im Rahmen der vom Versicherungsnehmer betriebenen eigenständigen Vermögensanlage in einen Lebensversicherungsvertrag, dass diese so genannte Mantelpolice mittlerweile vom Gesetzgeber nicht mehr steuerbegünstigt behandelt wird.

Ein Lebensversicherungsvertrag, der faktisch aufgrund der Möglichkeit der Einflussnahme durch den Versicherungsnehmer auf die Vermögensanlage als Vermögensverwaltungsvertrag betrachtet wird, kann nicht mehr von der hälftigen Besteuerung des § 20 Absatz 1 Nummer 6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) profitieren. Er wird vielmehr zur Abgeltungssteuer herangezogen.

(Siehe Besteuerung von Lebensversicherungen)

Lesen Sie auch :

Das Dokument mit dem Titel " Was sind die Vorteile fondsgebundener Lebensversicherungen? " wird auf CCM Recht & Finanzen (www.recht-finanzen.de) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Recht & Finanzen deutich als Urheber kennzeichnen.