Reisereklamation: Wie geht man bei Reisemängeln am besten vor?

Dezember 2016

Wenn die schönen Bilder im Reiseprospekt der Realität nicht Stand halten, soll man den Ärger auf keinen Fall stillschweigend hinnehmen, sondern soll er einen Teil des Preises vom Reiseveranstalter zurück verlangen.
  • Zuerst gilt es hervorzuheben, dass das Reisevertragsrecht für diejenigen bestimmt ist, die eine Pauschalreise mit mindestens zwei Leistungen (z. B: Flug und Hotel oder Hotel und Autovermietung) gebucht haben.
  • Hat ein Reisender beispielsweise eine Ferienwohnung privat gemietet, so findet das Reiserecht keine Anwendung, sondern das Mietrecht. Stattdessen tritt das Mietrecht in Kraft und kann Anspruch auf Mietminderung eingefordert werden.
  • Geht es in der Tat um eine Pauschalreise, also um eine Reise mit mindestens zwei Leistungen ist ein rasches und richtiges Handeln seitens des Reisenden angesagt, soll ein Reisemangel ( z.B: Fehlender mit-gebuchter Balkon, fehlende Nachtruhe, mangelhaftes Hotelservice, Ungeziefer im Hotelzimmer usw.) zu verzeichnen sein.
  • Die Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche abzusichern hat der Reisende folgendes zu tun:
  • Mängel direkt vor Ort melden: Der Reisemangel muss unverzüglich dem Reiseleiter vor Ort gemeldet und Abhilfe verlangt werden. Die sollte möglichst schon vor Ort erfolgen, Eine Umquartierung kann zum Beispiel an der Hotelaufnahme schnell wie möglich möglich reklamiert werden, damit der Urlaub noch gerettet werden kann. Denn es geht aus § 651c BGB das Folgende vor: Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern.
  • Ist die Reise nicht von dieser Beschaffenheit, so kann der Reisende Abhilfe verlangen. Der Reiseveranstalter kann die Abhilfe verweigern, wenn sie einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert.
  • Leistet der Reiseveranstalter nicht innerhalb einer vom Reisenden bestimmten angemessenen Frist Abhilfe, so kann der Reisende selbst Abhilfe schaffen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen. Der Bestimmung einer Frist bedarf es nicht, wenn die Abhilfe von dem Reiseveranstalter verweigert wird oder wenn die sofortige Abhilfe durch ein besonderes Interesse des Reisenden geboten wird."
  • Beweise für den Reisemangel ansammeln: Fotos und Videos zu machen sowie Namen und Adressen von Zeugen sind aufzuschreiben.
  • Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche direkt nach dem Urlaub geltend machen: Werden die Mängel nach Ihrer Anzeige nicht behoben, müssen die Reisenden direkt nach der Rückkehr innerhalb eines Monats deren Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend machen.(Siehe dazu § 651g). Dabei sind die Mängel und deren Auswirkungen auf die Reise genauestens aufzulisten und schriftlich und eingeschrieben zu beschreiben. Besteht der Anspruch zu Recht, kann man auf Reisepreisminderung oder Schadensersatz wegen Reisemängeln eventuell auf Schadenersatz für "entgangene Urlaubsfreude" bestehen.
  • Bei erheblichen nicht beseitigten Mängel, kann sich für den Urlauber die Frage nach einer vorzeitigen Rückreise gestellt werden.
  • Erst wenn der Veranstalter die Minderung ablehnt, sollte einen Anwalt eingeschaltet werden. Abgesehen von der Frankfurter Tabelle zur Preisminderung bei Reisemängeln, kann auf die ADAC-Tabelle zur Preisminderung bei Reisemängeln zugegriffen werden.

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