Diese Änderungen ab dem 01.01.2015 sollen alle Nutznießer vom Elterngeld kennen

Dezember 2016



Punkt 01: Zum 01. Januar 2015 soll das Gesetz zum neuen Elterngeld Plus in Kraft treten. Ab Januar 2015 gibt es entsprechend auch kein doppeltes Elterngeld für Zwillingseltern mehr! Die Kombination von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten wird für Eltern möglich sein, deren Kinder ab dem 01.07.2015 geboren werden.
Punkt 02: Die Wahlmöglichkeit der halbierten Auszahlung des Elterngeldes bei einem entsprechend verlängerten Auszahlungszeitraum entfällt. Stattdessen sollen Eltern nun zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus wählen dürfen. Das Basiselterngeld entspricht den bekannten Elterngeld Bezugsmonaten mit voller Elterngeldauszahlung. Die neuen Elterngeld Plus Monate sind Bezugsmonate, in denen man Elterngeld höchstens in der Höhe eines halben zustehenden Basiselterngeldbetrages erhalten kann. Einen Lebensmonat des Kindes mit Basiselterngeld kann man sich auch in zwei Monatsbeträgen mit Elterngeld Plus auszahlen lassen.
Punkt 03: Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus Monaten verlängert sich der Bezugszeitraum des Elterngeldes über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus. Die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für Elterngeld müssen entsprechend auch bis zum Ende des Elterngeld Plus Bezuges erfüllt werden! (Achtung: Das ist neu! Vor dem 01.01.2015 verlängerte sich nur der Auszahlungszeitraum des Elterngeldes! Der Elterngeldbezug war spätestens mit dem vollendeten 14. Lebensmonat des Kindes beendet.)
Punkt 04: Eltern dürfen wählen, ob Sie Basiselterngeld und Elterngeld Plus miteinander kombinieren möchten, oder ausschließlich eine Variante für sich wählen. Beantragt ein Elternteil beispielsweise ausschließlich Elterngeld Plus, kann sein Elterngeldbezug maximal 24 Monatsbeträge umfassen.
Punkt 05: Zukünftig müssen Eltern zwischen Elterngeld Plus Monaten mit Zuverdienst und ohne Zuverdienst unterscheiden. Elterngeld Plus Monate ohne Zuverdienst sind letztlich halbierte Basiselterngeld Monate bei verlängerter Bezugsdauer. Elterngeld Plus Monate mit Zuverdienst bedeuten vor allem zusätzliches Elterngeld, denn durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus erhöht sich die Anzahl der Bezugsmonate. Daher erfolgt die Anrechnung des Zuverdienstes und die entsprechende Auszahlung des Teil-Elterngeldes in mehr Bezugsmonaten als bei Inanspruchnahme des Basiselterngeldes. Die Höhe des in einem Elterngeld Plus Monat ausgezahlten Elterngeldbetrags darf grundsätzlich die Hälfte eines Basiselterngeld-Betrags ohne anzurechnenden Zuverdienst nicht überschreiten und wird ggf. gekappt. Die Anrechnung des Zuverdienstes erfolgt nach dem bekannten Differenz-Prinzip.
Punkt 06: Die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes kann durch die Inanspruchnahme der vier neuen Partnerschaftsbonusmonate auf maximal 28 ausgedehnt werden. Diese vier zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonate sind der Form nach Elterngeld Plus Monate. Sie können nur von beiden Elternteilen bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit von 25 bis 30 Wochenstunden innerhalb dieser vier Partnerschaftsbonusmonate beantragt und müssen "am Stück" in Anspruch genommen werden. Nur wenn wenigstens ein Elternteil ab dem 15. Lebensmonat des Kindes durchgängig Elterngeld Plus bezieht, kann die Inanspruchnahme der vier Partnerschaftsbonusmonate bis zum 28. Lebensmonat des Kindes erfolgen. Das im Zuge dieser Teizeittätigkeit erwirtschaftete Einkommen wird wie gehabt auf das Elterngeld angerechnet. Die Partnerschaftsbonusmonate stellen also vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate dar, die unter Anrechnung des Zuverdienstes den maximal möglichen Elterngeldbezug bis zum 28. Lebensmonat des Kindes ausdehnen. Allerdings lohnen sie sich in finanzieller Hinsicht nur für Eltern, bei denen beide Elternteile annähernd gleich gut verdienen.
Punkt 07: Die bisherige Benachteiligung von Eltern, die sich nach der Geburt ihres Kindes Erwerbstätigkeit und Erziehungsarbeit gleichberechtigt teilen wollten (7+7) und damit ihren Anspruch auf die zwei zusätzlichen Partnermonate riskierten, wird durch das neue Elterngeld Plus abgeschafft. Insofern soll durch die Neuregelungen auch die Partnerschaftlichkeit von Elternpaaren gefördert werden. Die Aufteilung der jeweiligen Bezugsmonate in Form von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten unter den Eltern kann noch individueller den Bedürfnissen der Familie angepasst werden.
Punkt 08: Der doppelte Elterngeldanspruch für Zwillingseltern wird aufgehoben. Der Gesetzgeber begründet dies damit, dass auf Grund der Geburt von Mehrlingen nicht mehr Erwerbseinkommen durch Elterngeld ersetzt werden müsse, sondern nur ein tatsächlicher Mehrbedarf pro Mehrlingskind bestehe. Dieser Mehrbedarf werde durch den entsprechenden Bonus von 300 € pro Bezugsmonat und Mehrling abgedeckt. Es handele sich um eine überfällig gewordene Präzisierung des Gesetzes und damit um eine Konkretisierung des ursprünglichen Elterngeldgedankens.
Punkt 09: Ab dem 01.01.2015 (bzw. ab dem 01. Juli 2015) müssen Eltern also zwischen Basiselterngeld, Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonusmonaten unterscheiden. Erfüllt man alle Voraussetzungen, kann man im besten Fall alle neuen Elterngeldvarianten miteinander kombinieren und längstens bis zum 28. Lebensmonat seines Kindes Elterngeld beziehen. Teilzeitarbeitende Eltern erhalten dadurch in Summe mehr Elterngeld als vor dem 01.01.2015.
Punkt 10: Es wird Elterngeld Plus Beträge in zwei Varianten geben: Als halbierte Basiselterngeldbeträge (für Eltern ohne Zuverdienst) und als zusätzliches Elterngeld unter Anrechnung des Einkommens über mehr Bezugsmonate (für Eltern mit Zuverdienst). Zusätzlich können Eltern vier Partnerschaftsbonusmonate unter Anrechnung ihres Zuverdienstes beantragen (für Eltern die sich Arbeit und Betreuung ihres Kindes teilen und mindestens vier Lebensmonate lang gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden erwerbstätig sind).
Punkt 11: Für die Berechnung des Elterngeld Plus werden grundsätzlich das Mindestelterngeld von 300 €, der Mindestgeschwisterbonus von 75 € und der Mehrlingszuschlag halbiert.( zitiert nach Elterngeld.Net - Beratung Zum Elterngeld

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