Erlös aus Hausverkauf (Erbe) und Zugewinngemeinschaft

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Guten Tag,

in diesen Forumbeitrag heißt es:
"Dasjenige, was ein Ehegatte während der Ehe ererbt hat, wird fiktiv dem Anfangsvermögen hinzugerechnet.

Auf Ihre Fragen bezogen bedeutet das: 

Die ererbte Haushälfte gehört Ihnen allein. Der Verkaufserlös gehört Ihnen allein. Das, was Sie mit dem Verkaufserlös erwerben, gehört Ihnen allein. 

Bei Berechnung des Zugewinnausgleichs befindet sich die neu angeschaffte Immobilie in Ihrem Endvermögen. Die Erbschaft wird so behandelt, als habe sie sich bereits zu Beginn der Ehe in Ihrem Vermögen befunden. Insofern (d.h. ohne u.U. Berücksichtigung von Wertzuwächsen) ist das ein Nullsummenspiel."


Meine Frage:
Wie verhält sich dieser Zusammenhang, wenn der Verkaufserlös für die Haushälfte genutzt wurde, um einen Kredit (den beide Eheleute unterschrieben haben) abzubezahlen?
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Hallo,

erst einmal kann der Ehepartner, der ein ererbtes Haus verkauft, mit seinem Erlös machen, was er will, also auch einen Kredit, für den er mit unterschrieben hat, tilgen. Der Hausverkauf an sich spielt dann also keine Rolle mehr, sondern die Einzelheiten des Kredits.

Ob es Rückforderungsansprüche gibt und in welcher Höhe, hängt davon ab, ob der betreffende Ehepartner Mitdarlehensnehmer oder nur Mithaftender war, siehe dazu diesen CCM-Artikel, und natürlich auch davon, wofür der Kredit verwendet wurde, also ob das mit dem Kredit gekaufte Gut dem Ehepartner, der seinen Verkaufserlös aus dem Erbe für den Kredit eingesetzt hat, nach der Scheidung noch zur Verfügung steht oder nicht.

Dazu haben wir hier keine Informationen, also lässt sich die Frage im Einzelnen nicht beantworten.

Grundsätzlich ist die Vermögensaufstellung bei der Zugewinngemeinschaft eine komplizierte Angelegenheit, weil auch Wertsteigerungen von Eigentum und während der Ehe erworbene Rentenansprüche zu berücksichtigen sind. Sie sollte deshalb möglichst von einem Anwalt durchgeführt werden.

Gruß vom CCM-Team
Silke Grasreiner

Chefredakteurin - CCM Recht & Finanzen

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