Zugewinnausgleich wenn beide Ehegatten leben

Dezember 2016

Wenn der Güterstand der Zugewinngemeinschaft beendet wird, ist der sogenannte Zugewinn auszugleichen. Zugewinnausgleich bedeutet: Einem der beiden Ehegatten steht ein finanzieller Anspruch (Zugewinnausgleich) gegen den anderen Ehegatten zu.

Die Zugewinngemeinschaft kann durch den Tod eines (oder beider) Ehegatten enden. Er kann aber auch zu Lebzeiten der Ehegatten enden, beispielsweise durch Scheidung.


Anwendungsfälle für den Zuggewinnausgleich

In den meisten Fällen endet der Güterstand der Zugewinngemeinschaft durch Scheidung. Dies ist der klassische und weitaus bekannteste Fall, in dem ein Zugewinnausgleich zu leisten ist.

Insgesamt kommt es - abgesehen vom Zuggewinnausgleich beim Tode eines Ehegatten -in folgenden Fällen zu einem Zuggewinnausgleich:
Während der Ehe wird erstmalig ein Ehevertrag geschlossen und darin vereinbart, daß fortan Gütertrennung oder Gütergemeinschaft gelten sollen).

Grundsätzliche Bedeutung des Zuggewinnausgleichs

Bei der Ermittlung des Zugewinnausgleichs wird betrachtet, wieviel (vermögensmäßig) ein jeder der beiden Ehegatten während der Dauer der Ehe (Zugewinngemeinschaft) dazuerworben hat. Es gilt also, die Vermögensmehrungen der beiden Ehegatten für jeden einzelnen zu bestimmen.
Es geht nicht darum zu ermitteln, wie viel Vermögen die Ehegatten jeweils mit in die Ehe eingebracht haben. Es ist also für einen Zugewinnausgleich völlig egal, ob derjenige, den man heiratet, bei der Eheschließung Millionär oder Bettler ist.

Es kommt beim Zuggewinnausgleich ausschließlich auf die Vermögensunterschiede während der Ehe, also zwischen dem Tag der standesamtlichen Eheschließung und dem Tag der Beendigung der Ehe (bei Scheidung: Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags) an.

Derjenige Ehegatte, der während der Ehe mehr an eigenem Vermögen dazugewonnen hat als der andere, schuldet dem anderen bei der Beendigung der Zugewinngemeinschaft (zum Beispiel: durch Scheidung) einen finanziellen Ausgleich (= Zuggewinnausgleich).

Dieser Zuggewinnausgleich beträgt die Hälfte des Unterschiedsbetrages zwischen den Zugewinnen der beiden Ehegatten. Die genauere Berechnung dieser auf den ersten Blick schwer zu verstehenden Formel soll nachfolgend näher erklärt werden.

Mit dem Zuggewinnausgleich soll Gerechtigkeit hergestellt werden zwischen Ehegatten, bei denen der eine während der Ehe einen hohen Zugewinn realisiert hat und der andere so gut wie gar keinen Zugewinn realisieren konnte, weil er zum Beispiel zu Hause die Kinder gehütet hat und nicht arbeiten konnte. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass das Kinderhüten zu Hause, also das "Rückenfreihalten" für den Beruf des anderen Ehegatten, genauso viel wert ist wie die Erwerbstätigkeit des anderen Ehegatten.

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