Welche Fragen sind beim Kindesunterhalt noch wichtig?

Dezember 2016
Neben der Frage, ob man als Elternteil überhaupt Kindesunterhalt leisten muss, sind noch weitere Fragen von Wichtigkeit.

Diese sollten zusätzlich zu den allgemeinen Fragen des Kindesunterhalts unbedingt geprüft werden, da auch sie die finanzielle Belastung des Unterhaltsverpflichteten direkt betreffen und beeinflussen können.


Beschränkung oder Wegfall des Unterhaltsanspruchs (§ 1611 BGB)

§ 1611 Absatz 1 BGB bestimmt:

"Ist der Unterhaltsberechtigte durch sein sittliches Verschulden bedürftig geworden, hat er seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt oder sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht, so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre."


Bei folgenden Verfehlungen kann in der Regel eine Beschränkung oder ein Wegfall des Unterhaltsanspruchs in Frage kommen:
  • Tätliche Angriffe gegenüber dem Unterhaltspflichtigen,
  • Bedrohungen des Unterhaltspflichtigen,
  • Vorsätzlich falsche Anzeigen gegen den Unterhaltspflichtigen bei der Polizei.

Mehrbedarf und Sonderbedarf

Mehrbedarf sind Kosten, die laufend anfallen und zusätzlich zu den oben erläuterten Unterhaltsbeträgen (zum Beispiel. Düsseldorfer Tabelle) vom Unterhaltspflichtigen zu zahlen sind.

Mehrbedarf kommt beispielsweise bei folgenden Kosten in Frage:
  • Spezielle Medikamente für das Kind wegen einer schweren Krankheit,
  • Erforderlicher Nachhilfeunterricht.



Sonderbedarf ist, wie der Mehrbedarf, ein Kostenelement, das zusätzlich zu den obigen Unterhaltsbeträgen (zum Beispiel. Düsseldorfer Tabelle) vom Unterhaltspflichtigen zu zahlen ist.

Zu nennen sind folgende Beispiele:
  • Kosten einer Klassenfahrt ins Ausland,
  • Kosten einer teuren Zahnbehandlung,
  • Kosten für die Heilbehandlung wegen eines Skiunfalls.

Wer kann den Unterhalt des Kindes einklagen?

Das volljährige Kind macht seine Unterhaltsansprüche vor Gericht selbst geltend.

Der Unterhalt ist dann auch direkt an das volljährige Kind zu zahlen.


Bei Unterhaltsansprüchen des minderjährigen Kindes ist wie folgt zu verfahren:

Vor der rechtskräftigen Scheidung

Der Anspruch des Kindes ist durch einen Ehegatten in seinem eigenen Namen gegen den anderen Ehegatten geltend zu machen, also nicht im Namen des Kindes (§ 1629 Absatz 3 BGB).


Der Unterhalt ist dann, für das Kind, an den Elternteil zu zahlen, bei dem das Kind lebt und betreut wird.

Nach der rechtskräftigen Scheidung beziehungsweise wenn eine Ehe nicht besteht

Der Anspruch des Kindes wird im Namen des Kindes durch einen Elternteil gegen den anderen Elternteil vor Gericht geltend gemacht. Der geltend machende Elternteil vertritt also hier das Kind, das heißt es spricht vor Gericht nicht in eigenem Namen sondern im Namen des Kindes (§§ 1629 Absatz 1, 1671, 1666 BGB).

Der Unterhalt ist dann, für das Kind, an den Elternteil zu zahlen, bei dem das Kind lebt und betreut wird.

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