Betriebliche Altersvorsorge (Altersversorgung)

Dezember 2016

Die betriebliche Altersversorgung stellt ebenfalls ein wichtiges Element für die Absicherung des Arbeitnehmers im Rentenalter dar. Sie liegt vor, wenn dem Arbeitnehmer im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses Zusagen des Arbeitgebers im Hinblick auf die Altersversorgung, die Hinterbliebenenversorgung oder die Invaliditätsversorgung gemacht werden.


Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?


Der Arbeitgeber kann diese Leistungen entweder gegenüber dem Arbeitnehmer direkt erbringen oder einem externen Versorgungsträger übertragen.

Die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung sind vielfältig. Häufig leistet der Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn Beiträge in eine Versorgungseinrichtung. Vom Gesetz her hat der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber einen Anspruch auf Umwandlung seiner Gehaltszahlung von bis zu 4 % der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze in einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag.

Verlangt also der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einen Beitrag in die betriebliche Altersversorgung, muss der Arbeitgeber einen entsprechenden Teil des Lohns, also bis maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, in einen Rentenversicherungsvertrag einzahlen.

Die Beitragsbemessungsgrenze West liegt im Jahr 2012 bei 67.200 €, die Beitragsbemessungsgrenze Ost bei 57.600 €. Hieraus ergibt sich ein Anspruch auf eine monatliche Entgeltumwandlung in Höhe von 224 € beziehungsweise 192 €.

Beiträge des Arbeitgebers: Versteuerung und Sozialabgaben


Die vom Arbeitgeber eingezahlten Beiträge müssen vom Arbeitnehmer nicht versteuert werden. Er kann also durch die Umwandlung seines Lohns in einen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung diesen Teil steuerfrei vom Arbeitgeber zur Einzahlung in eine Versicherung zur betrieblichen Altersvorsorge erhalten.

Ferner unterliegen diese Beiträge in der oben genannten maximalen Höhe nicht der Sozialabgabenpflicht, so dass weder von Arbeitnehmerseite noch von Arbeitgeberseite Sozialabgaben auf diese Beiträge gezahlt werden müssen.

Freiwillige Zahlungen des Arbeitnehmers in die betriebliche Altersvorsorge


Es besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, zusätzlich freiwillige Zahlungen in die betriebliche Altersversorgung vorzunehmen. Dies ist bis zu einem festgesetzten jährlichen Betrag steuerfrei möglich. Diese Beträge unterliegen allerdings der Sozialabgabenpflicht.

Gruppenversicherungsverträge des Arbeitgebers


Häufig schließen Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmer zur Abdeckung der betrieblichen Altersversorgung Gruppenversicherungsverträge ab. Diese sogenannten Kollektivlebensversicherungsverträge sehen als versicherte Personen den jeweiligen Arbeitnehmer vor. Bei Kollektivverträgen ist dessen Zustimmung als versicherte Person nicht erforderlich.

Anwartschaft und Übertragbarkeit


Generell erwirbt der Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung einen Anspruch auf die zukünftigen Leistungen, eine so genannte Anwartschaft. Diese ist im Allgemeinen unverfallbar. Demnach bleiben auch beim vorzeitigen Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Arbeitsverhältnis oder bei einem Arbeitgeberwechsel die erworbenen Anwartschaften erhalten. Bei einem Arbeitgeberwechsel können diese in der Regel von einem Versorgungsträger auf einen anderen Versorgungsträger übertragen werden.

Es besteht auch bei der Kündigung die Möglichkeit der Umwandlung des Vertrages in eine prämienfreie Versicherung.

Besteuerung der Rentenzahlungen der betrieblichen Altersvorsorge


Die Rentenzahlungen aus der betrieblichen Altersversorgung unterliegen der Besteuerung.

Arten der betrieblichen Altersvorsorge


Die betriebliche Altersversorgung kann in den nachfolgend aufgeführten Arten erfolgen:

Betriebliche Direktversicherung


Bei der betrieblichen Direktversicherung schließt der Arbeitgeber den Lebensversicherungsvertrag direkt mit der Versicherungsgesellschaft ab. Die versicherte Person ist der jeweilige Arbeitnehmer. Das Bezugsrecht aus dem Lebensversicherungsvertrag haben der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen.

Unterstützungskasse


Die Unterstützungskasse ist eine externe Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmensgesellschaften gegründet werden kann. Die Leistungszusage an den Arbeitnehmer erfolgt durch den Arbeitgeber und nicht durch die Unterstützungskasse. Diese gibt lediglich die Rückdeckungsversicherung für die Finanzierung der Leistungszusagen an die Arbeitnehmer.

Pensionskasse


Die Pensionskasse ist ein eigenständiges Lebensversicherungsunternehmen.

Die Besonderheit dieses Lebensversicherungsunternehmens ist allerdings, dass für den Abschluss der Verträge ein Bezug zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis gegeben sein muss. Sie dient also der betrieblichen Altersversorgung.

Die Gründung der Pensionskasse kann von einem Unternehmen für seine Betriebsangehörigen selbst erfolgen. Die mittlerweile üblichere Form der überbetrieblichen Pensionskasse wird häufig von Versicherungsgesellschaften selbst gegründet.

Pensionsfonds


Die Pensionsfonds sind mit der Pensionskasse vergleichbar. Allerdings nimmt der Pensionsfonds die Kapitalanlage eher in Fonds vor, er ist diesbezüglich freier als eine Pensionskasse, die ihre Gelder wie eine Lebensversicherung anzulegen hat.

Der Pensionsfonds legt damit verstärkt die Gelder in Aktien an, um von den Chancen des Kapitalmarkts zu profitieren. Er gibt allerdings gegenüber dem Bezugsberechtigten keine Leistungsgarantie.

Direkte Pensionszusage


Bei der direkten Pensionszusage verpflichtet sich der Arbeitgeber gegenüber seinem Arbeitnehmer, diesem bei Erreichen des Pensionsalters eine bestimmte Betriebsrente, im Todesfall eine Hinterbliebenenrente oder bei Berufsunfähigkeit eine Berufsunfähigkeitsrente zu zahlen.

Der Arbeitgeber kann bei einer Versicherungsgesellschaft diese Leistungsverpflichtung rückversichern. In diesem Fall ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer die versicherte Person.

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