Auto-Leasing: Vorteile und Nachteile

Wer ein Auto kauft, verliert Geld, sobald er beim Händler vom Hof fährt: Der hohe Wertverlust von Neuwagen ist schon zum Sprichwort geworden. Noch höher ist der Verlust bei einer Finanzierung, für die Sie noch entsprechende Kreditzinsen zahlen müssen. Leasing gilt als Alternative. Hier erfahren Sie, was besser und sinnvoll ist, privat und gewerblich.


Was genau ist ein Leasingvertrag?

Ein Autoleasingvertrag hat einen ähnlichen Charakter wie ein Automietvertrag über längere Zeit. Wie bei einem Automietvertrag dürfen Sie das geleaste Fahrzeug im Vertragszeitraum nutzen, werden aber nicht dessen Eigentümer.



Vom Automietvertrag unterscheidet sich Leasing allerdings dadurch, dass die Wartungsarbeiten, Instandsetzungsleistungen und Versicherungen vom Leasingnehmer übernommen werden müssen (sogenanntes Finance Leasing, dabei trägt der Leasingnehmer das Investitionsrisiko). Diese Kosten kommen also zur monatlichen Leasingrate hinzu.

Übrigens ist es auch möglich, einen Gebrauchtwagen zu leasen. Allerdings steigt dabei das Risiko von Reparaturen.

Vorteile von Leasing

Leasing ist im Prinzip auch eine Finanzierung (Ratenzahlung gegen Gebrauchsüberlassung). Im Gegensatz zum Kredit bei einer Bank sind die Raten jedoch viel niedriger. Zudem sind sowohl die Höhe der Leasingrate als auch die Laufzeit des Leasingvertrags von vornherein festgelegt. Üblich sind zwei bis vier Jahre. Ein Leasingvertrag verspricht also Planungssicherheit.

Selbstständige und Freiberufler haben zudem den Vorteil, dass sie die Leasingraten steuerlich als Betriebsausgaben absetzen können, wenn sie den Wagen zu mindestens mehr als 50 Prozent beruflich nutzen. Als Privatperson lohnt sich Leasing deshalb weniger. Privatleasing wird neben dem gewerblichen Leasing aber von fast allen Autohäusern angeboten.

Nachteile von Leasing

Zuerst ist zu beachten, dass der Vertrag nicht vorzeitig kündbar ist, oft auch dann nicht, wenn der Leasingnehmer verstirbt. Dann müssen dessen Erben weiterzahlen.


Außerdem gilt es, die Vertragsbedingungen genau zu prüfen, damit Sie nicht in eine Kostenfalle tappen. Oft dürfen Sie als Leasing-Nehmer eine bestimmte Kilometerzahl nicht überschreiten, sonst müssen Sie bei Vertragsende die Mehrkilometer zusätzlich bezahlen. Zwar bekommen Sie Kilometer erstattet, wenn Sie weniger fahren, die Preise legt aber der Leasinggeber fest und die Minderkilometer setzt er in der Regel niedriger an als die Mehrkilometer.

Legen Sie im Vertrag genau fest, was mit dem Fahrzeug nach Ablauf der Leasingzeit passieren soll. Sie können das Fahrzeug anschließend kaufen, zurückgeben oder ein Anschlussleasing vereinbaren. Manche Verträge verpflichten Sie zum Kauf des Wagens zum Restwert, wobei der Restwert zum Streitpunkt werden kann.

Bei den Zusatzkosten ist zu bedenken, dass Sie Reparaturen immer in einer Markenwerkstatt vornehmen lassen müssen, die deutlich teurer sind als freie Werkstätten.

Falls sie irgendwann Ihrer Zahlverpflichtung nicht nachkommen können, nimmt der Leasinggeber sein Fahrzeug zurück und fordert einen meist sehr hohen Schadenersatz.

Foto: © Paulo Cruz - 123RF.com
Erstellt von Janine01. Letztes Update am 19. Mai 2018 um 06:13 von SilkeCCM.
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