Girokonto, Sparbuch, Festgeldkonto, Tagesgeldkonto, Kontokorrent

November 2016


Alle sprechen über Sparbücher und Bankkonten, doch wo genau liegen die Unterschiede und was sind die Merkmale?


Sparbuch

Spareinlagen sind Einlagen, die der Ansammlung oder der Anlage von Geldvermögen dienen. Sie erfolgen durch Ausfertigung einer Urkunde - eine solche ist insbesondere das sogenannte Sparbuch. Das Sparbuch ist die klassische Form der Geldanlage.

Es gibt Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist, Spareinlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist (diese Einlagen werden weiter nach den Kündigungsfristen unterteilt), prämienbegünstigte Spareinlagen (diese Spareinlagen werden weiter in allgemeine Sparverträge, Ratensparverträge, vermögenswirksame Leistungen usw. unterteilt).

Die Umsätze auf Sparkonten entsprechen dem Buchungsprinzip eines Kontokorrent- bzw. Girokontos, allerdings mit dem Unterschied, dass ein Sparkonto nur im Guthaben (kreditorisch) geführt werden kann und nicht als ein Konto, das einen Negativsaldo ausweist.

Sparkonten werden einmal jährlich zum 31. Dezember abgeschlossen und verzinst. Die errechneten Zinsen des abgelaufenen Jahres werden dem Sparguthaben gutgeschrieben. Sie werden in der Zukunft ebenfalls verzinst, falls sie nicht abgehoben werden (Zinseszins). Das Abheben der gutgeschriebenen Zinsen ist innerhalb von zwei Monaten ab der Zinsgutschrift ohne Kündigung möglich.

Festgeldkonto

Das Festgeld ist eine Geldeinlage bei einem Kreditinstitut mit einer Laufzeit von mindestens einem Monat. Das bedeutet, dass zwischen der Einzahlung Ihres Geldes auf ein Festgeldkonto und der Wieder-zur-Verfügungstellung Ihrer Geldeinlage durch das Kreditinstitut eine Zeitspanne von einem Monat liegt, innerhalb dessen Sie über die Geldeinlage nicht frei verfügen können, ohne Zinseinbussen hinnehmen zu müssen.

Das Festgeldkonto gehört zu den befristeten Einlagen, dem so genannten Termingeld.Termingeld sind alle Einlagen bei einem Kreditinstitut mit einer vereinbarten festen Laufzeit oder Kündigungsfrist.

Im Gegensatz zum Termingeld gibt es die sogenannte Sichteinlage. Dies ist der Sammelbegriff für alle unbefristeten, täglich fälligen Geldeinlagen bei Kreditinstituten. Sie können ohne vorherige Kündigung jederzeit abgehoben werden und werden üblicherweise nicht oder nur gering verzinst. Bei den Sichteinlagen handelt es sich um die Guthaben von Kunden auf Kontokorrent- und Girokonten, die bei Kreditinstituten geführt werden.

Tagesgeldkonto

Das Tagesgeld ist das am Geldmarkt zwischen Kreditinstituten gehandelte Geld mit täglicher Fälligkeit. Es steht dem Käufer für einen Tag zur Verfügung. Das so genannte tägliche Geld hingegen ist täglich kündbar, ist aber in seiner Laufzeit nicht auf einen Tag beschränkt. Beim täglichen Geld gibt es keinen festen Rückzahlungstermin.

Im Bereich von Kundengeldern ist das Tagesgeldkonto vergleichbar mit einem Girokonto. Es wird auf dem verzinslichen Konto vom Kunden ein Geldbetrag eingezahlt, der im Vergleich zu einem Girokonto höher verzinst wird. Allerdings kann der Kunde von einem Tagesgeldkonto keine Barbeträge abheben oder Überweisungen tätigen. Die Verfügbarkeit über ein Tagesgeldkonto kann nur durch eine Überweisung auf ein Referenz-Girokonto erfolgen.

Girokonto

Das Girokonto ist ebenso wie das Kontokorrentkonto ein Konto für den täglichen Geldverkehr, das dem bargeldlosen Zahlungsverkehr dient. Es ist ein kreditorisch geführtes Konto, das heißt, es kann in der Regel nur im Guthabenbereich geführt werden.

Auf diesem Konto wird das so genannte Giralgeld, also das Buchgeld, verbucht, das bedeutet, es handelt sich um Guthaben bei dem entsprechenden Kreditinstitut.

Das Girokonto ist zum Zahlungsverkehr zugelassen, so dass Zahlungsdienste, wie beispielsweise Überweisung, Lastschrift, Dauerauftrag oder Kartenzahlung, über das Konto abgewickelt werden können. Das Guthaben ist für den Kunden jederzeit verfügbar.

Girokonten kommen heutzutage insbesondere für Minderjährige infrage (Jugendkonto). Damit wird sichergestellt, dass einerseits ein Minderjähriger bereits eigenständig am Zahlungsverkehr teilnehmen kann, andererseits aber seine Verfügungsmacht auf bestimmte Beträge begrenzt bleibt. Eine Überziehung kann der Minderjährige damit nicht vornehmen.

Mittlerweile ist gesetzlich festgelegt, dass Zahlungsaufträge durch das Kreditinstitut zeitlich in der Form abgewickelt werden müssen, dass beim Zahlungsempfänger der Geldeingang am dem Zahlungsauftrag folgenden Bankgeschäftstag verbucht wird.

Geben Sie also am Montag Ihrer Bank den Auftrag, an Herrn Müller 1000 € zu überweisen, so muss der Geldeingang dieses Betrags bei Herrn Müller im Laufe des Dienstag erfolgen, sofern der Dienstag nicht ein Feiertag ist.

Noch bis zum 1.1.2012 konnte Ihr Kreditinstitut mit Ihnen eine Zahlungsfrist bis zu maximal drei Geschäftstagen vereinbaren.

Hinweis:


Girokonten werden mittlerweile von vielen Kreditinstituten als kostenlose Konten angeboten. Demzufolge müssen Sie für das Bestehen des Kontos keine Kontoführungsgebühren oder sonstige Bankentgelt zahlen. Achten Sie allerdings darauf, dass dies nicht zwangsläufig bedeutet, dass für die oben genannten Dienste, wie beispielsweise eine Überweisung oder ein Dauerauftrag, keine Bankgebühren erhoben werden. Die Bankgebühren müssen dem Kunden durch Aushang in der Geschäftsstelle des Kreditinstituts oder auf Anfrage mitgeteilt werden. Da die Höhe dieser Gebühren zwischen den verschiedenen Kreditinstituten schwankt, empfiehlt sich ein Vergleich.

Kontokorrentkonto

Das Kontokorrentkonto dient zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Es wird damit auch als laufendes Konto bezeichnet. Es kann sowohl im Guthaben (kreditorisch) als auch im Soll (debitorisch) geführt werden.

Auf dem Kontokorrentkonto können generell alle bankmäßig zulässigen Umsätze, beispielsweise durch Überweisung, durch Bargeldverfügung, durch Schecks, durch Reisegeldmittel (z.B. Travellerschecks), getätigt werden.

Hinweis:


In der Regel dulden Kreditinstitute die Überziehung eines Kontos für den alltäglichen Zahlungsverkehr. Für diese Überziehung werden allerdings hohe Überziehungszinsen verlangt.

Achten Sie also darauf, dass für den Fall, dass Sie Ihr Konto häufiger im Soll führen, Ihr Kreditinstitut Ihnen einen so genannten Dispositionskredit gewährt. Mit diesem Kredit wird Ihnen von Seiten Ihrer Bank ein gewisses Kreditlimit eingeräumt, in dessen Rahmen Sie Ihr Konto im Sollsaldo führen können. Der Dispositionskredit gewährt Ihnen den Vorteil, dass die dafür erhobenen Kreditzinsen günstiger sind als für den Überziehungskredit. Sie sind allerdings immer noch recht hoch, so dass sich der Dispositionskredit generell nicht für Anschaffungen, beispielsweise Möbel oder Fernsehgeräte, eignet.

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