Abschreibungen (AfA)

Dezember 2016



Bedeutung der Abschreibung

Als Abschreibung wird der Wertverlust von Unternehmensvermögen (Anlagevermögen und Umlaufvermögen) bezeichnet.

Der Wertverlust kann durch Gründe wie Alterung oder Preisverfall eintreten.

Der steuerliche Begriff für die Abschreibung ist die "Absetzung für Abnutzung" (AfA).

Im Wirtschaftsleben wird jede Wertminderung als Abschreibung bezeichnet, wobei das Steuerrecht die folgenden Varianten unterscheidet:
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  • die handelsrechtlich planmäßig angesetzte Abschreibung wird Absetzung für Abnutzung genannt
  • die außerplanmäßigen handelsrechtlichen Abschreibungen auf das Anlagevermögen entsprechen der steuerlichen Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA)
  • die außerplanmäßigen handelsrechtlichen Abschreibungen auf das Umlaufvermögen entsprechen der steuerlichen Teilwertabschreibung
  • die Sammelabschreibung nach § 6 Abs. 2a EStG (seit 2008).

Die AfA hängen von 2 Faktoren ab:
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Es existieren im Kern zwei Abschreibungsmethoden:
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  • Die lineare Abschreibung und
  • die degressive Abschreibung.

Lineare Abschreibung

Das Steuerrecht sieht als Grundregel eine Absetzung in regelmäßigen konstanten Jahresbeträgen vor.

Der Anschaffungs- oder Herstellungswert wird dabei gleichmäßig auf die Dauer der Nutzung aufgeteilt. Daraus ergibt sich der Abschreibungssatz.

Beispiel

Herstellungskosten einer Maschine 5.000 €, Nutzungsdauer der Maschine 6 Jahre.

Der Abschreibungssatz ist hier 16,67 % (pro Jahr). In jedem Kalenderjahr werden 16,67 % des Gesamtwerts der Maschine (steuermindernd) abgeschrieben. Nach 6 Jahren ist die Maschine dann vollständig abgeschrieben.


Die Nutzungsdauer ist gesetzlich geregelt. Aus diesem Grund werden jedes Jahr AfA-Tabellen veröffentlicht.

Hier finden Sie die AfA-Tabellen:

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_308/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Steuern/Veroeffentlichungen__zu__Steuerarten/Betriebspruefung/005.html

Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung wurde durch die Unternehmenssteuerreform vom 2008 komplett abgeschafft (§7 Abs. 2 und § 52 Abs. 21 a EStG).

Als wirtschaftliche Maßnahme hatte der Gesetzgeber für eine Anschaffung zwischen dem 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2007 eine degressive Abschreibung mit dem dreifachen linearen Satz, höchstens 30 %, ermöglicht.

Nach der Unternehmenssteuerreform von 2008 können die Wirtschaftgüter, die vor dem 1. Januar 2008 geliefert waren, weiter degressiv abgeschrieben werden.

Mit dem "Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher Regelungen des Maßnahmenpakets' Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung'" vom 21. Dezember 2008 wurde die degressive Abschreibung wieder eingeführt.

Die Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2008 und vor dem 1. Januar 2011 angeschafft oder hergestellt werden, sind von diesem Gesetz getroffen. Der Abschreibungssatz beträgt das 2,5fache der linearen Abschreibung, jedoch höchstens 25%.

Bei der degressiven AfA wird der stets gleiche Prozentsatz in jedem Kalenderjahr erneut vom Rest-Buchwert des Vorjahres abgezogen.

Dabei darf der Prozentsatz höchstens das 2,5-fache des bei der linearen AfA anzuwendenden Abschreibungssatzes (= 100/ Jahre der Nutzung) betragen und 25 % nicht übersteigen (Deckelung des Satzes der degressiven Abschreibung).

Dies zeigt, daß die degressive AfA bei Wirtschaftsgütern mit einer Nutzungsdauer von bis zu 4 Jahren kaum Vorteile gegenüber der linearen AfA bietet.

Immaterielle Wirtschaftsgüter, wie Patente oder "Goodwill" dürfen nicht degressiv abgeschrieben werden:

Eine Abschreibung erfolgt nur linear oder als außerplanmäßige Abschreibung.

Sonderabschreibung

Handelsgewerbe und Freiberufler, deren Bilanzvermögen nicht 204.517 € übersteigt, haben die Möglichkeit für neue und bewegliche Anlagegüter im Jahr der Anschaffung und in den 4 folgenden Jahren zusätzlich zur normalen Abschreibung nach der AfA-Tabelle Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 20 % der Anschaffungskosten in Anspruch zu nehmen.

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